US-Börsen folgen dem Ölpreis nach unten

Die wieder gesunkenen Preise für Öl haben die Wall Street am Dienstag deutlich ins Minus gedrückt. Anleger reagierten auf Schwankungen beim Ölpreis nach wie vor hypersensibel, sagen Analysten.
23.02.2016 22:45
Und wieder fällt der Ölpreis: Verzweifelter Händler an der Wall Street am Dienstag.
Und wieder fällt der Ölpreis: Verzweifelter Händler an der Wall Street am Dienstag.
Bild: Bloomberg

"Der Aktienmarkt und der Ölpreis sind derzeit stark verwoben", erläuterte Ken Polcari von O'Neil Securities. Dies unterstrich die US-Grossbank J.P. Morgan, die die Rückstellungen für Kredite an die Ölbranche erhöhte. Viele Anleger fürchten, dass die Energiekonzerne angesichts des Preiskollaps in die Bredouille geraten und Kreditausfälle die Banken mit in die Tiefe reissen. J.P. Morgan legt deshalb für potenziell faule Kredite zusätzlich 500 Millionen Dollar zurück. Die Aktien verbilligten sich um gut 4 Prozent.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel 1,1 Prozent auf 16'432. Der breiter gefasste S&P 500 gab 1,3 Prozent auf 1921 Zähler ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,5 Prozent auf 4504 Punkte.

"Der Markt sucht immer noch nach Orientierung und reagiert von Tag zu Tag auf den Ölpreis", sagte Scott Brown, Chefökonom bei Raymond James. Das sei zwar nicht gut, zeige aber die Nervosität der Investoren. Am Dienstag sorgte der saudi-arabische Ölminister Ali Al-Naimi für Verluste bei dem Rohstoff. Er schloss eine Kürzung der Fördermengen aus. Der Preis für die Sorte Brent gab 3,8 Prozent auf 33,38 Dollar nach.

Bei den Einzelwerten an der Wall Street gehörten die Papiere von Fitbit zu den grossen Verlierern, sie brachen 20 Prozent ein. Der Hersteller von Fitnessuhren und -armbändern enttäuschte die Anleger mit einem unerwartet schwachen Gewinn.

Aktien von Home Depot stark nachgefragt

Der Aufschwung auf dem US-Immobilienmarkt kurbelt dagegen die Geschäfte der weltgrössten Baumarktkette Home Depot kräftig an. Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Quartal um fast 10 Prozent auf rund 21 Milliarden Dollar, was die Aktien um 1,4 Prozent nach oben klettern liess.

Im Fokus stand auch der Time-Verlag, der sich einem Bloomberg-Bericht zufolge für das Kerngeschäft des kriselnden Internet-Pioniers Yahoo interessiert. Yahoo-Papiere verloren 1,6 Prozent, die Time-Titel knapp 3 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 942 Millionen Aktien den Besitzer. 992 Werte legten zu, 2075 gaben nach und 107 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,75 Milliarden Aktien 858 Werte im Plus, 1924 im Minus und 144 unverändert.

An den US-Kreditmärkten legten die Kurse zu. Anleger legten ihr Geld lieber in risikoärmere Papiere wie Anleihen anstatt in Aktien an. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 8/32 auf 98-31/32. Die Rendite fiel auf 1,73 Prozent. Der 30-jährige Bond legte 18/32 auf 98-03/32 zu und rentierte mit 2,59 Prozent.

(Reuters)