US-Börsen geben nach

Belastet von Kursverlusten bei Wal-Mart haben die US-Börsen am Donnerstag nachgegeben. Negativ wirkte sich auch der Rückgang der Ölpreise aus.
18.02.2016 22:45
Ein schwieriger Handelstag: Händler an der Wall Street am Donnerstag.
Ein schwieriger Handelstag: Händler an der Wall Street am Donnerstag.
Bild: Bloomberg

In den USA füllen sich die Tanklager immer weiter: Dem US-Energieministerium zufolge stiegen die Rohöl-Reserven in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch. Weil das Angebot die Nachfrage übersteigt, ist der Ölpreis in den vergangenen eineinhalb Jahren um rund zwei Drittel eingebrochen. Dies reisst milliardenschwere Löcher in die Haushalte der Förderländer.

Ausserdem fürchten Börsianer eine Pleitewelle unter den Förderfirmen, vor allem in den USA. Denn dort wird der Rohstoff meist mit Hilfe des technisch aufwändigen und teuren "Fracking"-Verfahren gewonnen. Eine Häufung von Firmenzusammenbrüchen würde Banken in Schieflage bringen, weil diese dann auf milliardenschweren Krediten sitzenblieben. Die Rohölsorte Brent aus der Nordsee kostete am Donnerstagabend nach einer Berg- und Talfahrt mit 33,93 Dollar je Barrel (159 Liter) 1,6 Prozent weniger als am Mittwoch.

Weniger neue Arbeitslose als erwartet

Grössere Kursverluste an der Wall Street wurden durch neue Daten vom Arbeitsmarkt verhindert. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe legten in der vergangenen Woche mit 262'000 weniger stark zu als erwartet. Zudem verbesserte sich die Lage der US-Industrie in einer wichtigen Schlüsselregion. Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia stieg im Februar auf minus 2,8 Zähler von minus 3,5 im Januar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 16'413 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sank 0,5 Prozent auf 1917 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor rund 1 Prozent auf 4487 Stellen.

Bei den Einzelwerten liessen die Aktien von Wal-Mart rund 3 Prozent Federn. Der weltgrösste Detailhändler schraubte die Prognose für das angelaufene neue Geschäftsjahr herunter und rechnet nur noch mit einem stagnierenden Umsatz.

IBM nach Zukauf gesucht

IBM baut mit einem milliardenschweren Zukauf sein Geschäft mit Gesundheitsdaten aus. Der weltweit grösste IT-Dienstleister übernimmt dazu für 2,6 Milliarden Dollar Truven Health Analytics. Die Börsianer honorierten die Übernahme mit einem IBM-Kursplus von rund 5 Prozent.

Nvidia-Aktien verteuerten sich um fast 9 Prozent, nachdem der Chiphersteller mit seinen Geschäftszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,08 Milliarden Aktien den Besitzer. 1555 Werte legten zu, 1473 gaben nach und 125 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,92 Milliarden Aktien 1099 im Plus, 1677 im Minus und 150 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Bonds gewannen 20/32 auf 98-28/32. Die Rendite sank auf 1,750 Prozent. Der 30-Jährige erhöhte sich um 1-9/32 auf 97-16/32 und rentierte mit 2,622 Prozent. Angesichts der Kursverluste an den Aktienmärkten hätten Investoren bei den festverzinslichen Staatspapieren zugegriffen, sagten Marktteilnehmer.

(Reuters)