US-Börsen im Plus: Jobdaten dämpfen Zinsspekulationen

Schwindende Erwartungen auf eine Zinserhöhung bereits in diesem Monat haben der Wall Street zum Wochenausklang Auftrieb gegeben. Auslöser war der am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht für August.
02.09.2016 22:45
Da geht doch was: Börsenhändler an der Wall Street freuen sich über die Aussichten nach den ehrer ernüchternden Jobdaten.
Da geht doch was: Börsenhändler an der Wall Street freuen sich über die Aussichten nach den ehrer ernüchternden Jobdaten.
Bild: Bloomberg

US-Unternehmen schufen demnach ausserhalb der Landwirtschaft mit 151'000 neuen Jobs nicht so viele Stellen wie von Analysten erwartet. "Das war bestenfalls ein durchwachsener Arbeitsmarktbericht", sagte Ökonom Tom Porcelli von RBC Capital Markets. Seinen Worten zufolge dürften sich damit Spekulationen auf eine Zinsanhebung im September erledigt haben.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 18'491 Punkten 0,4 Prozent im Plus. Im Verlauf pendelte er zwischen 18'439 und 18'544 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 ging mit 2179 Zählern 0,4 Prozent höher aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent und schloss bei 5249 Punkten. Auf Wochensicht ergab sich für den Dow und den S&P ein Plus von 0,5 Prozent, während die Nasdaq um 0,6 Prozent zulegte.

Die US-Notenbank blickt bei geldpolitischen Entscheidungen besonders auf den Arbeitsmarkt. Eine schwächere Entwicklung der Beschäftigung könnte die Fed bei ihren Zinsschritten bremsen. Für Allianz-Berater Mohamed El-Erian bringen die jüngsten Zahlen die Fed aber in eine schwierige Lage. "Sie sind nicht stark genug, um eine Zinserhöhung im September zu rechtfertigen. Aber sie sind solide genug, um eine hitzige Diskussion über die Geldpolitik und die Nebenwirkungen langfristig ultraniedriger Zinsen anzustossen."

Einbruch bei Smith-&-Wesson-Aktie

Unter den Einzelwerten zogen Smith & Wesson das Interesse der Anleger auf sich. Die Aktie des Waffenherstellers büsste 6,3 Prozent ein, obwohl das Unternehmen seine Umsatzprognose angehoben hatte.

Wegen eines enttäuschenden Wachstums zeigten die Anleger Lululemon die kalte Schulter. Beim kanadischen Anbieter von Yogabekleidung stiegen die Umsätze im zweiten Quartal zwar um 5 Prozent, Analysten hatten aber 5,9 Prozent erwartet. Die in den USA notierten Aktien fielen um mehr als 10 Prozent.

Auch der Anbieter von Bezahlterminals, Verifone, fiel bei den Investoren in Ungnade, weil er die Umsatzerwartungen am Markt nicht erfüllen konnte. Die Papiere brachen mehr als 16 Prozent ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 747 Millionen Aktien den Besitzer. 2399 Werte legten zu, 568 gaben nach und 145 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa 1,5 Milliarden Aktien 1930 Titel im Plus, 857 im Minus und 218 unverändert.

Die Arbeitsmarktzahlen lasteten auf den Kreditmärkten. So gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 10/32 auf 98-02/32 nach. Sie rentierten mit 1,6 Prozent. Die 30-jährigen Bonds büssten 1/32 auf 99-15/32 ein und hatten eine Rendite von 2,28 Prozent.

(Reuters)