US-Börsen: Leichtes Minus nach schwachen Wirtschaftsdaten

Enttäuschende Konjunkturnachrichten haben die Wall Street am Montag etwas belastet.
17.10.2016 22:37
Trader an der Wallstreet: Die jüngsten Konjunkturdaten machen wenig Freude.
Trader an der Wallstreet: Die jüngsten Konjunkturdaten machen wenig Freude.
Bild: Bloomberg

So hatte sich die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York im Oktober überraschend weiter verschlechtert. Ferner war die Industrieproduktion in den USA im September wie erwartet lediglich moderat gestiegen. Zudem sorgten die schwächelnden Ölpreise für Zurückhaltung. Sie könnten auf eine Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums hindeuten.

Der Dow Jones Industrial fiel um 0,29 Prozent auf 18 086,40 Punkte. In der abgelaufenen Woche war der Index bereits um rund ein halbes Prozent abgerutscht.

Der marktbreite S&P-500-Index büsste zum Wochenstart 0,30 Prozent auf 2126,50 Punkte ein. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 gab um 0,26 Prozent auf 4796,17 Punkte nach.

Notenbanker warnen vor niedrigen Zinsen

Mit Blick auf die Konjunktur beschäftigt Anleger weiter brennend die Frage, wann die US-Notenbank Fed ihre Ende 2015 eingeleitete Zinswende mit einer zweiten Anhebung fortführt. Jüngst hatten Worte der Notenbankpräsidentin Janet Yellen die Stimmung an der Wall Street gedämpft, die am Markt als Vorbereitung auf einen baldigen Zinsschritt interpretiert worden waren.

Yellen hatte am vergangenen Freitag auf mögliche Nachteile einer zu lange lockeren Geldpolitik verwiesen und dabei explizit Risiken für die Finanz- und Preisstabilität angesprochen. Wie immer nannte sie zwar keinen konkreten Termin - am Markt halten aber zunehmend mehr Beobachter einen Zinsschritt im Dezember für wahrscheinlich.

Am Montag nun warnte mit dem Vize-Präsidenten der Fed, Stanley Fischer, ein führender Notenbanker erneut vor den Gefahren niedriger Leitzinsen. Höhere Zinsen aber würden die Attraktivität von Aktien gegenüber Anleihen schmälern.

Bank of America legt zu

Auf Unternehmensseite kommt derzeit die Berichtssaison weiter ins Rollen. So meldete die Bank of America einen unerwartet starken Gewinnsprung - Grund waren hier Einsparungen und ein lebhafter US-Handel gewesen. Die Aktien schwankten gleichwohl um ihren Schlusskurs, bevor sie 0,31 Prozent höher aus dem Handel gingen.

Bereits in der vergangenen Woche hatten die grossen Geldhäuser Citigroup und JPMorgan mit unerwartet guten Ergebnissen die Stimmung für die Bankenbranche heben können. Zu Wochenbeginn nun ging es für die Anteilscheine von JPMorgan nach anfänglichen Gewinnen um rund 0,5 Prozent nach unten. Die ebenfalls im Dow notierten Aktien von Goldman Sachs gerieten etwas stärker unter Druck.

An der Spitze des S&P 500 schnellten die Papiere von Hasbro um rund 7,5 Prozent nach oben und notierten damit wieder auf dem Niveau von Anfang September. Der Spielzeughersteller hatte mit seinem Quartalsgewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Aktionäre des Elektroauto-Herstellers Tesla mussten ein Minus von mehr als 1 Prozent verkraften. Unternehmenschef Elon Musk verschob die vor einigen Tagen für diesen Montag in Aussicht gestellte "überraschende" Produktankündigung. Der neue Termin sei Mittwoch. Es seien noch einige Tage "zum Verfeinern" nötig.

US-Anleihen im Plus

Der Eurokurs notierte zuletzt bei 1,0999 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0994 (Freitag: 1,1002) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9096 (0,9089) Euro. Am Markt für US-Staatsanleihen gewannen richtungweisende zehnjährige Papiere 9/32 Punkte auf 97 19/32 Punkten und rentierten mit 1,766 Prozent.

(AWP)