US-Börsen: Nach Dow-Rekord zurück an den Start

Nach der Rekordjagd des Dow-Jones-Index im Zuge des Wahlsiegs von Donald Trump hat die Wall Street am Montag uneinheitlich geschlossen.
14.11.2016 22:45
Kurze Freude über das Rekordhoch des Dow-Jones-Index': Trader an der Börse in New York am Montag.
Kurze Freude über das Rekordhoch des Dow-Jones-Index': Trader an der Börse in New York am Montag.
Bild: Bloomberg

Man benötige mehr Klarheit über die Politik des künftigen Präsidenten, sagten Händler. "Im Wahlkampf machen manche Kandidaten viele Wahlversprechen, und es ist klar, dass sie die aus unterschiedlichen Gründen nicht alle halten können", sagte Mohannad Aama, Geschäftsführer bei Beam Capital Management. "Während dieser Übergangsphase ist die Preisbildung am Markt mit vielen Unbekannten versehen."

Weiter stark unter Druck standen Aktien aus der "New Economy", etwa Facebook, Amazon, Apple und Google, die jeweils mehr 2,5 Prozent nachgaben. Händler gehen davon aus, dass Trump für die Tech-Firmen nicht viel übrighaben wird. Zudem setzen die Anleger auf Firmen etwa der Baubranche, weil sie sich von dem neuen Präsidenten umfangreiche Investitionen in die US-Infrastruktur versprechen.

Der Dow Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 18'868 Punkten. Im frühen Handel war er noch bis auf 18'934 Stellen und damit ein Rekordhoch geklettert. Der breiter gefasste S&P 500 blieb unverändert bei 2164 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,4 Prozent auf 5218 Stellen nach.

Anhaltende Kursfeuerwerke bei den Banktiteln

Bankenwerte stiegen erneut. Bank of America, Citigroup, J.P. Morgan, Goldman Sachs und Wells Fargo legten zwischen 2,5 und 5,5 Prozent zu. Der Finanz-Index ist binnen Tagen um knapp 12 Prozent gestiegen. Am Markt wird auf eine baldige Zinsanhebung der US-Notenbank spekuliert, wodurch die Geldhäuser potenziell mehr verdienen werden. Zudem wird unter Trump auf einen Abbau von Vorschriften für die Branche gesetzt.

Am Markt standen auch Fusionen im Fokus. Samsung will das US-Unternehmen Harman International Industries für acht Milliarden Dollar übernehmen und damit deutsche Autozulieferer wie Bosch und Continental angreifen. Aktien von Harman stiegen um 25 Prozent.

Einen Kurssprung von 18 Prozent auf 36,30 Dollar legten die Papiere von Mentor Graphics hin. Siemens will den US-Softwarekonzern für 4,5 Milliarden Dollar kaufen.

Ausverkauf bei den Staatsoblis

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,2 Milliarden Aktien den Besitzer. 1587 Werte legten zu, 1443 gaben nach, und 85 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,36 Milliarden Aktien 1670 im Plus, 1156 im Minus und 186 unverändert.

Der Ausverkauf bei US-Staatsanleihen setzte sich fort. Händler sagten, die Sorgen seien groß, dass die Inflation unter Trump wieder ansteigen könne. Die zehnjährigen Staatsanleihen verringerten sich um 25/32 auf 97-26/32. Sie rentierten mit 2,245 Prozent. Die 30-Jährigen verloren 1-08/32 auf 97-15/32 und hatten eine Rendite von 3,003 Prozent.

(Reuters)