US-Börsen schliessen nach Bilanzenflut im Minus

Nach einer Flut von Quartalsbilanzen haben US-Anleger Vorsicht walten lassen. Die Wall Street schloss am Donnerstag mit leichten Kursverlusten.
27.10.2016 22:25
Am Donnerstag gabs an der Wall Street einiges über Quartalsbilanzen zu diskutieren.
Am Donnerstag gabs an der Wall Street einiges über Quartalsbilanzen zu diskutieren.
Bild: Bloomberg

Im Blickpunkt stand auch eine Grossfusion in der Chipbranche. Der US-Konzern Qualcomm wagt mit der Übernahme des niederländischen NXP Rivalen den bisher grössten Zukauf in der Halbleiterindustrie. Der Spezialist für Mobilfunk- und Grafikchips will für die einstige Philips-Sparte - einschliesslich Schulden - insgesamt rund 47 Milliarden Dollar hinlegen. Qualcomm-Aktien sprangen fast 3 Prozent in die Höhe.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 18'169 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 2133 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,6 Prozent auf 5215 Punkte.

Zu den Kursgewinnern gehörte das Unternehmen Dow Chemical, das vor der Fusion mit dem Rivalen DuPont mehr umsetzte. Die Aktien des Chemieriesen legten um 1,5 Prozent zu.

Twitter nach Stellenabbauplänen gesucht

Auch Twitter spürten Aufwind: Der Kurs verbesserte sich um 0,6 Prozent. Das Unternehmen streicht nach einem deutlich geringeren Umsatzwachstum im abgelaufenen Quartal 9 Prozent aller Stellen.

Die Investoren stiessen hingegen Ford-Papiere ab - der Kurs fiel um 1,2 Prozent. Kostspielige Rückrufe und Probleme bei der Markteinführung eines neuen Pickup in Nordamerika machen dem Autobauer zu schaffen.

Nach unerwartet schwachen Geschäftszahlen flogen Groupon in hohem Bogen aus den Depots der Anleger. Das US-Schnäppchenportal weitete seine Verluste im abgelaufenen Quartal deutlich aus, zudem verlangsamte sich der Umsatzzuwachs. Die Aktien brachen rund 22 Prozent ein. Groupon will sich zudem aus zwölf Ländern zurückziehen. Bislang ist das Internetportal in 27 Ländern aktiv.

Apple-Aktie weiter unter Druck

Apple-Aktien liessen knapp 1 Prozent Federn. Der Konzern stellte sein neues MacBook Pro vor.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 980 Millionen Aktien den Besitzer. 817 Werte legten zu, 2135 gaben nach und 146 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien 931 im Plus, 1851 im Minus und 220 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 14/32 auf 96-30/32. Die Rendite stieg auf 1,8412 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-8/32 auf 92-25/32 und rentierte mit 2,5995 Prozent. (Büro New York; geschrieben von Birgit Mittwollen; redigiert von Andreas Kenner; bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1312 oder 030-2888 5168)

(Reuters)