US-Börsen schliessen nach Fed-Entscheid im Minus

Die US-Börsen haben am Tag des Zinsentscheids nach einer Berg- und Talfahrt leicht im Minus geschlossen.
14.12.2016 22:30
Die new Yorker Börse kann am Mittwoch von den Fed-Beschlüssen nicht profitieren.
Die new Yorker Börse kann am Mittwoch von den Fed-Beschlüssen nicht profitieren.
Bild: Bloomberg

Die US-Notenbank wagte nach der Wahl von Donald Trump eine Zinserhöhung und will 2017 mehrmals nachlegen. Die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen hoben das geldpolitische Niveau am Mittwoch erstmals seit einem Jahr an. Die Fed reagierte damit auf den Boom auf dem Arbeitsmarkt und die insgesamt rund laufende Konjunktur, die durch ein billionenschweres Investitionsprogramm Trumps weiteren Schub erhalten könnte.

"Wir erwarten, dass sich die Wirtschaft weiter gut schlagen wird", sagte Yellen. Sie signalisierte, dass sie wegen der Konjunkturaussichten die Zügel im kommenden Jahr dreimal anziehen könnte. Ob Trumps Politik zu einer Verschärfung der Geldpolitik führt, liess sie offen. An den Märkten wird die Chance auf eine Anhebung im Juni 2017 jedoch nur auf 50 Prozent geschätzt. Die US-Börsen sind seit der Wahl stark im Aufwind. Der Dow-Jones-Index ist nur noch wenige Punkte von der 20'000-Punkte-Marke entfernt. Die Signale, dass die Zinsen im kommenden Jahr stärker als gedacht steigen könnten, sorgten aber für einen kleinen Dämpfer. Zudem machte der Ölpreis-Rückgang den Börsen zu schaffen.

Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss 0,6 Prozent tiefer bei 19'792 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,8 Prozent auf 2253 Zähler. Der technologielastige Nasdaq sank um 0,5 Prozent auf 5436 Punkte.

Autobauer-Aktien unter Druck

Bei den Einzelwerten büssten General Motors und Ford bis zu 3,7 Prozent ein. China will einen nicht namentlich genannten US-Autobauer wegen angeblicher Preisabsprachen bestrafen.

Die Anteilsscheine von Wells Fargo sanken um mehr als 2 Prozent. Die US-Aufsichtsbehörden wiesen den Notplan des Finanzinstituts erneut als mangelhaft zurück. Bis zur Beseitigung der Defizite werden dem Geldhaus Beschränkungen auferlegt. Bereits im April war Wells Fargo gerügt worden. Die Bank muss nun bis Ende März einen überarbeiteten Plan zur Abwicklung für den Notfall einreichen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,06 Milliarden Aktien den Besitzer. 582 Werte legten zu, 2397 gaben nach, und 122 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,94 Milliarden Aktien 768 im Plus, 2103 im Minus und 186 unverändert.

Die US-Kreditmärkte präsentierten sich nach der Fed-Entscheidung uneinheitlich. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 15/32 auf 95-10/32. Die Rendite stieg auf 2,54 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich dagegen um 1/32 auf 94-26/32 und rentierte mit 3,14 Prozent.

(Reuters)