US-Börsen steigen und steigen

Die US-Grossbank J.P. Morgan hat am Donnerstag mit unerwartet guten Geschäftszahlen die Stimmung an der Wall Street beflügelt.
14.07.2016 22:40
Immer höher an der Wall Street: Wie lange geht das gut?
Immer höher an der Wall Street: Wie lange geht das gut?
Bild: Bloomberg

Viele Investoren hoffen nun, dass auch die anderen US-Banken im abgelaufenen Quartal gut verdient haben. Dazu kommt die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik in Grossbritannien. Die Hüter des Pfund hatten zwar den Leitzins überraschend nicht angetastet. Zugleich signalisierte die Bank von England (BoE) aber, dass im August der Geldhahn aufgedreht werden könnte, sobald Klarheit über die Auswirkungen des Brexit-Referendums besteht.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent höher auf 18'506 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 2163 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 5034 Stellen.

Die J.P. Morgan -Papiere verteuerten sich um 1,5 Prozent. Das Brexit-Votum hinterliess bislang beim US-Marktführer keine grösseren Spuren, der Überschuss fiel dank Einsparungen nicht so stark, wie von Reuters befragte Analysten erwartet hatten. J.P. Morgan ist die erste Bank von Weltrang, die nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt Zahlen vorlegt. Das überraschende Ergebnis des Referendums hatte an den Börsen zu Turbulenzen geführt, vor allem das Pfund stürzte ab. In den USA rückt durch die Brexit-Abstimmung die nächste Zinserhöhung der Notenbank Fed nach hinten. Dadurch bleiben die Zinsen extrem niedrig, was Banken zu spüren bekommen. Am Freitag werden Zahlen von Wells Fargo und der Citigroup - der Nummer drei und vier der Branche in den USA - erwartet. Ihre Papiere legten um 1,4 und 2,6 Prozent zu.

Kursschub bei Monsanto nach neuem Bayer-Angebot

Im Ringen um den US-Saatgutriesen Monsanto legt Bayer nach. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern bietet nun 64 Milliarden Dollar für Monsanto und will die Amerikaner damit zum Einlenken bewegen. Bayer stockte das Angebot um drei Dollar auf 125 Dollar je Aktie auf. Die Monsanto-Aktie legte zeitweise um 5 Prozent auf 105,75 Dollar zu, pendelte sich dann aber bei 104,22 Dollar ein - weit entfernt von dem Übernahmeangebot. In den USA war zuletzt über eine Aufstockung der Offerte bis auf 135 Dollar spekuliert worden.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 840 Millionen Aktien den Besitzer. 1731 Werte legten zu, 1285 gaben nach und 92 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,63 Milliarden Aktien 1569 im Plus, 1276 im Minus und 173 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 19/32 auf 100-27/32. Die Rendite stieg auf 1,532 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-22/32 auf 105-13/32 und rentierte mit 2,251 Prozent. Händler verwiesen zur Begründung auf Gewinnmitnahmen.

(Reuters)