US-Börsen weiter auf Rekordjagd

Die Wall Street ist am Dienstag zunächst auf neue Rekordstände gestiegen, später aber auf die Bremse getreten.
22.11.2016 22:35
Nach überraschend guten Zahlen gesucht: die Aktie von Suppenhersteller Campbell.
Nach überraschend guten Zahlen gesucht: die Aktie von Suppenhersteller Campbell.
Bild: Bloomberg

Anleger rätselten, wie lange die Kursrally nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl vor zwei Wochen noch dauern werde. "In den kommenden Tagen könnte es zu Gewinnmitnahmen kommen", sagte Sander Read, Chef des Vermögensverwalters Lyons Wealth Management.

Der Dow-Jones-Index der 30 Standardwerte schloss 0,3 Prozent höher bei 19'023 Punkten. Das Marktbarometer übersprang damit die psychologisch wichtige Marke von 19'000 Punkten. Der breiter aufgestellte S&P 500 verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 2202 Zähler. Der Nasdaq-Index gewann 0,3 Prozent auf 5386 Stellen. Alle drei hatten bereits am Montag auf Höchstständen geschlossen.

Investoren spekulieren auf eine marktfreundliche Politik des künftigen US-Präsidenten Trump. Sie hoffen auf einen Wirtschaftsschub durch die von dem Republikaner in Aussicht gestellten Steuersenkungen und höheren Infrastrukturausgaben. Zudem lockt die Aussicht auf eine vereinfachte Regulierung im Banken- und Gesundheitssektor. "Je länger sich die Rally fortsetzt, desto mehr Leute wollen einsteigen, die bisher abseits standen", sagte Adam Sarhan, Chef der Anlagefirma 50 Park Investments.

Unter den Einzelwerten standen Dollar Tree im Fokus, die 8,2 Prozent in die Höhe schossen. Der führende US-Discounter überzeugte die Anleger mit einem Quartalsergebnis über den Erwartungen.

Gefragte Suppen-Aktie

Zu den Gewinnern zählten ferner Campbell Soup. Die Titel des weltgrössten Suppenanbieters schnellten 3,6 Prozent nach oben. Das Unternehmen hatte dank eines strikten Sparkurses seinen Gewinn überraschend stark gesteigert. Die grösste US-Buchhandelskette Barnes & Noble schrieb zwar rote Zahlen, der Verlust fiel aber geringer aus als erwartet. Daher zogen Barnes & Noble 10,5 Prozent an.

Medtronic brachen dagegen um 8,6 Prozent ein. Die Medizintechnikfirma verfehlte mit ihrem Umsatz die Expertenprognosen. Ebenso erging es dem IT-Sicherheitsunternehmen Palo Alto. Sein Börsenwert stürzte um gut 13 Prozent ab.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 920 Millionen Aktien den Besitzer. 2090 Werte legten zu, 887 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,87 Milliarden Aktien 1766 im Plus, 1076 im Minus und 194 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten leicht zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 5/32 auf 97-5/32. Die Rendite sank auf 2,321 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 2/32 auf 97-12/32 und rentierte mit 3,009 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit einer soliden Nachfrage nach fünfjährigen Staatspapieren bei einer 34 Milliarden Dollar schweren Auktion.

(Reuters)