US-Firmen schaffen mehr Stellen als erwartet

Der Boom am US-Arbeitsmarkt hält auch im Hochsommer an.
03.08.2016 16:05
179'000 neue Arbeitsplätze wurden im Juli von US-Unternehmen geschaffen.
179'000 neue Arbeitsplätze wurden im Juli von US-Unternehmen geschaffen.
Bild: Bloomberg

Im Juli schufen US-Firmen insgesamt 179'000 Stellen, wie der Arbeitsvermittler ADP am Mittwoch zu seiner Umfrage unter privaten Unternehmen mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Zuwachs von 170'000 gerechnet, nach einem Plus von 176'000 im Vormonat. "Der Arbeitsmarkt scheint in einer guten Verfassung zu sein", meint Ökonom Ralf Umlauf von der Helaba.

Die Zahlen gelten auch als positives Vorzeichen für den Arbeitsmarktbericht der US-Regierung, der am Freitag veröffentlicht wird. Er umfasst neben Stellen in Firmen auch vom Staat geschaffene Jobs. Fachleute rechnen mit einem Plus von insgesamt 180'000 Arbeitsplätzen. Die Wall Street eröffnete trotz der überraschend guten ADP-Zahlen leicht im Minus. Marktteilnehmer sagen, der wieder schwächere Ölpreis von unter 40 Dollar pro Fass drücke auf die Stimmung.

Die US-Notenbank Fed, die Vollbeschäftigung fördern soll, hat die Arbeitsmarktdaten genau im Auge. Die Währungshüter in Washington entscheiden am 21. September wieder über den Leitzins, den sie im Dezember 2015 erstmals seit fast zehn Jahren erhöht hatten. Er liegt seither in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Die Fed hatte Mitte des Jahres signalisiert, dass sie 2016 noch zwei Schritte nach oben wagen will. An den Märkten wird die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im kommenden Monat nur auf 14 Prozent taxiert. Grössere Chancen sehen sie für Dezember, wenn sich die Folgen des britischen Votums für einen EU-Austritt besser abschätzen lassen und das Rennen um das Weisse Haus gelaufen ist.

(Reuters)