US-Investmentbank sieht die UBS-Aktie auf 20 Franken steigen

Die Aktie der UBS gilt als teuer. Das hält die US-Investmentbank Morgan Stanley allerdings nicht von einer aggressiven Kaufempfehlung für die Konkurrentin aus der Schweiz ab.
06.12.2016 08:19
Von Lorenz Burkhalter
Der US-Investmentbank Morgan Stanley zufolge hellt sich der Himmel über der UBS auf.
Der US-Investmentbank Morgan Stanley zufolge hellt sich der Himmel über der UBS auf.
Bild: cash

Alleine in den letzten vier Wochen hat die UBS an der Börse knapp einen Viertel an Wert zugelegt. Das bringt der traditionsreichen Grossbank aus der Schweiz unter den Firmen aus dem Swiss Market Index in dieser Zeit einen der Spitzenplätze ein.

Doch obschon die Aktie der UBS unter Profis als teuer gilt (das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2016 liegt mit 12 über dem Branchenschnitt), traut ihr die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley einen weiteren Kursanstieg zu. In einer Unternehmensstudie erhöht die Autorin ihr Anlageurteil von "Equal-weight" auf "Overweight". Und um dieser Kaufempfehlung gebührend Nachdruck zu verleihen, setzt sie die Aktie mit einem neu 20 (14,15) Franken lautenden Kursziel auf die Favoritenliste für den europäischen Bankensektor.

Weiterhin gute Dividendenaussichten

Die Analystin erwartet insbesondere im Wealth Management Americas eine Belebung. Insbesondere vom festeren Dollar und dem Renditeanstieg am langen Ende der Zinskurve verspricht sie sich eine spürbare Verbesserung der Ertragslage. Darüber hinaus sei mit einem günstigeren Handelsumfeld zu rechnen, so schreibt die Studienautorin weiter. In der Vergangenheit wurde an der Börse übrigens auch schon auf eine Abspaltung des Wealth Management Americas spekuliert.

Kursentwicklung der UBS-Aktie in den letzten Tagen; Quelle: www.cash.ch

Dank der starken Eigenkapitalbasis rechnet sie trotz strengeren Eigenmittelvorschriften mit steigenden Dividenden. Für 2018 wird mit einer Ausschüttung von 0,73 Franken je Aktie gerechnet, was aus heutiger Sicht einer Rendite von 4,5 Prozent entspricht. Weiteren finanziellen Spielraum erhofft sich die Analystin im Zusammenhang mit Sparmassnahmen.

Sind Kursrückschläge eine Kaufgelegenheit?

Im Vergleich mit der Credit Suisse und anderen Banken hat die UBS erst spät den Rotstift angesetzt. Das heisst aber auch, dass die Schweizer Grossbank bei Einsparungen über Nachholpotenzial verfügt und dieses nach und nach ausschöpfen könnte.

Wie es bei Morgan Stanley heisst, sind bei der UBS-Aktie jegliche Kursrückschläge günstige Einstiegsgelegenheiten. Diese Meinung teilen allerdings nicht alle Berufskollegen. Erhebungen der Nachrichtenagentur AWP zufolge empfehlen neben der Analystin von Morgan Stanley nur noch neun weitere Experten die UBS-Aktie zum Kauf. 11 Analysten schätzen sie hingegen neutral, drei sogar negativ ein und würden die Aktie verkaufen.

Neben der im Branchenvergleich stolzen Bewertung verweisen diese Experten gerne auch auf drohende Kosten für die Beilegung von Rechtsfällen.