US-Konjunktur - Empire-State-Index fällt stärker als erwartet – Inflation schwächt sich ab

Die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York hat sich im November stärker eingetrübt als erwartet. Derweil steigen die Detailshandelsumsätze in den USA. Und die Inflation nähert sich dem Fed-Zielwert.
15.11.2017 14:47
Die Freiheitsstatue in New York.
Die Freiheitsstatue in New York.
Bild: Bloomberg

Der Empire-State-Index fiel um 10,8 Punkte auf 19,4 Zähler, wie die regionale Notenbank von New York am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten mit einem geringeren Rückgang auf 25,1 Punkte gerechnet. Im Vormonat hatte der Indikator den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht.

Der Empire-State-Index misst die Geschäftstätigkeit der Industrie im Staat New York. Als Frühindikator gibt er Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Er ist im Vergleich zu anderen Indikatoren aber schwankungsanfälliger. Der Index wird durch Befragungen von Unternehmensvertretern ermittelt. Abgefragt werden unter anderem die Lagerbestände, Preise, Auftragseingänge und Absatzzahlen.

Ein Wert unter null Punkten signalisiert eine Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität. Positive Werte weisen dagegen auf Wachstum hin.

US-Detailhandelsumsätze steigen überraschend

Die Umsätze des US-Einzelhandels sind im Oktober überraschend gestiegen. Sie hätten um 0,2 Prozent zum Vormonat zugelegt, teilte das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Ökonomen hatten mit einer Stagnation gerechnet.

Ausserdem wurde der Umsatzanstieg im Vormonat nach oben revidiert. Die Umsätze waren im September um 1,9 Prozent gestiegen. Zunächst war ein Anstieg um 1,6 Prozent ermittelt worden.

Ohne die schwankungsanfälligen Autoverkäufe kletterten die Umsätze im Oktober im Monatsvergleich um 0,1 Prozent. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,2 Prozent. Im September waren die Umsätze in dieser Abgrenzung um revidierte 1,2 Prozent geklettert. Hier war in einer ersten Erhebung ein Anstieg von 1,0 Prozent festgestellt worden.

US-Inflation nähert sich Zielwert der Notenbank etwas an

Die US-Notenbank Fed ist ihrem Ziel einer Inflationsrate von zwei Prozent überraschend einen kleinen Schritt näher gekommen. Die Währungshüter achten dabei besonders auf die Preisveränderungen bei persönlichen Verbraucherausgaben (PCE), wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten aussen vor bleiben. Dieser Wert legte im Oktober um einen Tick auf 1,8 Prozent zu, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Experten hatten mit einem stabilen Wert auf dem Vormonatswert gerechnet. Die Verbraucherpreise (CPI) stiegen hingegen im Oktober zum Vorjahr nicht mehr so stark wie im September: Die Jahresteuerungsrate sank auf 2,0 Prozent von 2,2 Prozent im September.

Angesichts der rund laufenden Wirtschaft hat sich die Fed die Tür für eine Zinserhöhung im Dezember offengehalten: Experten rechnen für Mitte nächsten Monats mit einer Anhebung um einen Viertelpunkt. Zuletzt hatte die Fed den Zins im Juni auf die aktuell gültige Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent hochgesetzt.

(AWP/Reuters)