US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Die US-Notenbank Fed hat ihre Zinswende vorerst nicht fortgesetzt und keine klaren Signale hinsichtlich der kurzfristigen Entwicklung gegeben.
16.03.2016 20:13
Gebäude der US-Notenbank in Washington, D.C.
Gebäude der US-Notenbank in Washington, D.C.
Bild: iNg

Sie dürfte aber ihre Geldpolitik in diesem Jahr deutlich langsamer straffen als bisher beabsichtigt. Das geht aus dem Zinsentscheid der Notenbank und den zeitgleich veröffentlichten Stellungnahmen vom Mittwoch hervor. Die Zinserhöhungsfantasien der Anleger wurden gedämpft.

Wie erwartet, liess die Fed ihren Leitzins zunächst unverändert. Die Fed-Funds-Rate liege weiter in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,50 Prozent, teilten die Währungshüter mit. Volkswirte und die Finanzmärkte hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Damit haben die US-Währungshüter zum zweiten Mal in Folge den Zins unangetastet gelassen und die Ende vergangenen Jahres eingeleitete Zinswende vorerst nicht fortgesetzt.

Keine klaren Signale

Zu der Frage, wann die Zinswende fortgesetzt wird, gab die Fed keine klaren Signale. Man werde weiterhin die Entwicklung der Inflation genau beobachten, hiess es. Die wirtschaftliche Entwicklung rechtfertige nur graduelle Zinsanhebungen.

Die Wirtschaft habe sich den globalen Entwicklungen zum Trotz moderat entwickelt. Allerdings gebe es nach wie vor Risiken, ausgehend von der globalen Konjunktur und den Finanzmärkten. Die Exporte seien zuletzt verhalten gewesen. Die jüngsten Daten zum Arbeitsmarkt wiesen auf Verbesserungen hin.

Zinserwartungen gesenkt

Insgesamt dürfte die Fed die Zinsen aber weniger nach oben schrauben als bislang vermutet. Dies legen die neuen Leitzinsprognosen nahe. Demnach rechnet der geldpolitische Ausschuss FOMC für Ende 2016 im Mittel (Median) mit einem Zinsniveau von 0,9 Prozent. Im Dezember hatte der Wert noch bei 1,4 Prozent gelegen. Ende 2017 wird im Mittel ein Zinssatz von 1,9 Prozent erwartet, nach 2,4 Prozent im Dezember.

Dies spricht dafür, dass die Fed in diesem Jahr nur noch mit zwei Zinsanhebungen rechnet, verglichen mit vier Anhebungen im Dezember. Die Wachstumsprognosen wurden unterdessen für dieses und das kommende Jahr leicht verringert. Die Inflationsprognose für dieses Jahr wurde deutlich von 1,6 auf 1,2 Prozent zurückgenommen.

Dementsprechend wurden die Zinserhöhungsfantasien der Anleger gedämpft. Der DollarKURS schwächte sich ab. Der Euro stieg im Gegenzug zwischenzeitlich über 1,12 US-Dollar. Die Renditen von US-Staatsanleihen gerieten unter Druck, der Goldpreis legte zu. Die US-Aktienmärkte reagierten leicht positiv.

Mitte Dezember hatte die Notenbank erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins angehoben. Der Leitzins hatte zuvor seit Ende 2008 - also kurz nachdem die weltweite Finanzkrise ihren Höhepunkt erreicht hatte - in der Spanne zwischen null und 0,25 Prozent gelegen.

(AWP)