US-Notenbank streitet über Zeitpunkt für Zinserhöhung

In der US-Notenbank halten die Meinungsverschiedenheiten über den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung an.
29.09.2016 05:49
Die Federal Reserve hatte im Dezember 2015 erstmals seit fast zehn Jahren die Zinsen wieder leicht angehoben.
Die Federal Reserve hatte im Dezember 2015 erstmals seit fast zehn Jahren die Zinsen wieder leicht angehoben.
Bild: Bloomberg

Führende Vertreter der Federal Reserve äußerten auch am Mittwoch unterschiedliche Auffassungen, ob die US-Wirtschaft bereit für eine Anhebung ist, die an den Finanzmärkten mehrheitlich frühestens im Dezember erwartet wird. Der Chef des Fed-Bezirks von Minneapolis, Neel Kashkari, sagte, die Zinsen könnten noch länger niedrig bleiben, da es keinen Inflationsdruck gebe. Ähnlich äußerte sich sein Kollege aus Chicago, Charles Evans, der bei den Niedrigzinsen auf ein globales Phänomen basierend auf wirtschaftlichen Fundamentaldaten verwies.

Dagegen warnte die Präsidentin des Fed-Bezirks Cleveland, Loretta Mester, vor einem zu vorsichtigen Vorgehen. Sie forderte eine baldige Zinserhöhung, sonst könnte die Fed später zu sehr unter Zugzwang geraten. Ihr zur Seite sprang die Fed-Chefin von Kansas City, Esther George. Die Zinsen sollten "langsam aber sicher" angehoben werden. Andernfalls drohe der Fed, dass sie später zu aggressiveren Schritten gezwungen sein werde.

Die Federal Reserve hatte im Dezember 2015 erstmals seit fast zehn Jahren die Zinsen wieder leicht angehoben. Seitdem liegt der Schlüsselsatz für die Versorgung der Banken mit Geld in einer Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent. Die Zentralbank hat weitere Schritte angedeutet, bislang aber dieses Jahr noch nicht nachgelegt. Fachleute erwarten die nächste Zinserhöhung nicht vor Dezember. Bis dahin sorgt vor allem die US-Präsidentenwahl am 8. November für Unsicherheit.

(Reuters)