US-Senat - Novartis wehrt sich gegen Vorwürfe im Fall Cohen

Novartis weht angesichts des Engagements mit dem US-Anwalt Michael Cohen erneut ein scharfer Wind entgegen.
13.07.2018 15:18
Novartis-Schriftzug am Standort Basel.
Novartis-Schriftzug am Standort Basel.
Bild: Bloomberg

Wie aus einem Report hervorgeht, den verschiedene US-Senatoren am Freitag veröffentlicht haben, kommen diese zum Schluss, dass der Pharmakonzern über seine Zusammenarbeit mit dem Anwalt irreführende Aussagen gemacht habe. Novartis selbst erklärt in einer Stellungnahme, dass man mit dieser Schlussfolgerung nicht übereinstimmt.

Wie dem im Internet veröffentlichten Bericht der US-Senatoren zu entnehmen ist, kommen sie im Rahmen ihrer Untersuchungen zum Schluss, dass Novartis ein längeres und engeres Verhältnis zu Cohen gehabt habe, als dies aus den bisherigen Stellungnahmen hervorgehe.

So habe Novartis am 11. Mai erklärt, man sei nach Unterzeichnung der Vereinbarung am 01. März 2017 und einem einmaligen Treffen zum Schluss gekommen, dass Cohen Novartis nicht die gewünschten Dienste liefern könne, schrieben die Senatoren in ihrem Report. Man habe daraufhin entschieden, sich nicht weiter mit dem Anwalt einzulassen.

Die von den Senatoren erhaltenen Dokumente deuten nun aber laut Stellungnahme darauf hin, dass Cohen und der damalige Novartis-CEO Joe Jimenez noch mehrmals miteinander kommuniziert hätten. So habe es mindestens vier Telefonate zwischen April und September gegeben und es seien mehrere Emails hin und her geschickt worden.

Darüber hinaus schliessen die Senatoren, dass Novartis Cohen engagiert habe, um Zugang zu Politkern in Schlüsselpositionen zu bekommen. Dabei habe Novartis den Anwalt mit Empfehlungen für Medikamentenpreise ausgestattet, heisst es in dem Dokument weiter.

In seiner Stellungnahme hält der Pharmakonzern derweil an seinen früheren Aussagen fest. Man habe Anfragen von Senatoren bekommen und mit diesen kooperiert, ist den Angaben von Novartis zu entnehmen, die auch AWP vorliegen. Ausserdem bleibt der Konzern dabei, dass man nach einem einzigen Treffen mit Cohen zum Schluss gekommen sei, dass er die erhofften Dienstleistungen nicht liefern könne.

Die einzige zusätzliche Kommunikation mit Cohen sei zustande gekommen, als Cohen sich einige Male an Jimenez gewandt habe. Bei einer dieser Gelegenheiten habe Cohen den damalige CEO um Ideen für eine niedrigere Preisgestaltung bei Medikamenten gebeten.

(AWP)