US-Währungshüter signalisieren Zinserhöhung zum Jahresende

Aus der Führungsebene der US-Notenbank mehren sich die Signale für eine baldige Erhöhung der Leitzinsen.
20.10.2016 09:32
Eine Ein-Dollarnote: Werden die Zinsen in den USA bald erhöht?
Eine Ein-Dollarnote: Werden die Zinsen in den USA bald erhöht?
Bild: Pixabay

Der Chef des Fed-Ablegers in New York, William Dudley, ließ keinen Zweifel daran, dass wohl nur noch ein Konjunktureinbruch die Pläne für eine geldpolitische Straffung durchkreuzen könnte. "Falls die Wirtschaft auf dem jetzigen Kurs bleibt, dürfte es im Jahresverlauf eine Zinserhöhung geben", sagte er am Mittwoch. Dudley gilt als Vertrauter von Fed-Chefin Janet Yellen, die ebenfalls einen geldpolitischen Schritt nach oben bei guter Konjunkturentwicklung in Aussicht gestellt hat.

Kaum Zinserhöhung vor US-Wahlen

Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld liegt seit Dezember 2015 in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Viele Händler erwarten, dass die Fed im Dezember die Zinszügel anziehen wird. Eine Erhöhung Anfang des kommenden Monats und damit wenige Tage vor der Präsidentenwahl am 08. November gilt als unwahrscheinlich. Die Zentralbank, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, blickt insbesondere auf den Jobmarkt und die Inflationsrate. Während sie am Arbeitsmarkt ihr Ziel weitgehend erreicht hat, blieb der Preisauftrieb zuletzt noch unter der von der Fed angestrebten Marke von zwei Prozent.

Nach Ansicht des Chefs der Fed-Filiale in Dallas, Robert Kaplan, wird die Inflation aber wahrscheinlich anziehen. Daher sei es angemessen, dass die Notenbank eine etwas weniger konjunkturstimulierende Geldpolitik fahre. Für das Wachstum der US-Wirtschaft veranschlagte er in einer Rede im texanischen Fort Worth einen Wert von rund 1,75 Prozent. Dieser liege zwar unter dem in der Vergangenheit erreichten Normalmaß. Dennoch sei er zur weiteren Verringerung der Arbeitslosigkeit ausreichend. Die amerikanische Wirtschaft wuchs dem Fed-Konjunkturbericht "Beige Book" zufolge in den meisten Notenbank-Bezirken zuletzt wenig bis mäßig.

(Reuters)