USA: Arbeitsproduktivität überraschend stark gestiegen

Bei der zuletzt schwachen Entwicklung der Produktivität in den USA gibt es wieder ein Zeichen der Besserung.
03.11.2016 14:05
Im dritten Quartal haben die US-Amerikaner produktiver gearbeitet.
Im dritten Quartal haben die US-Amerikaner produktiver gearbeitet.
Bild: Bloomberg

Zahlen des amerikanischen Arbeitsministeriums vom Donnerstag zufolge ist die Produktivität, also die Produktion je Arbeitsstunde, im dritten Quartal um 3,1 Prozent gestiegen. Analysten hatten nur mit einem Zuwachs um 2,1 Prozent gerechnet.

Zuvor war die Produktivität drei Quartale in Folge zurückgegangen. Ein weiteres positives Signal am Donnerstag: Der Rückgang im zweiten Quartal ist schwächer ausgefallen als zunächst gedacht. Der ursprünglich angenommene Rückgang um 0,6 Prozent wurde auf ein Minus von 0,2 Prozent revidiert.

Trotz der gestiegenen Produktivität legten die Lohnstückkosten nur schwach zu. Sie stiegen im dritten Quartal um 0,3 Prozent. Experten hatten mit einem stärkeren Anstieg um 1,2 Prozent gerechnet. Der Zuwachs im zweiten Quartal wurde von zunächst geschätzten 4,3 Prozent auf 3,9 Prozent nach unten revidiert.

Signal für baldige Leitzinserhöhung

Die zuletzt gestiegene Produktivität spricht tendenziell für eine baldige Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank Fed, denn die insgesamt schwache Produktivitätsentwicklung in jüngster Zeit gilt als ein wichtiger Grund, warum die Fed an ihrer lockeren Geldpolitik festhält und vor weiteren Zinsanhebungen zurückschreckt.

Mit den derzeit niedrigen Zinsen wollen die Währungshüter nicht zuletzt Unternehmensinvestitionen anfachen, die eine wichtige Voraussetzung für Innovationen und Produktivitätszuwächse sind. Ökonomen weisen seit längerem darauf hin, dass die USA gerade wegen absehbarer Engpässe am Arbeitsmarkt auf Produktivitätssteigerungen angewiesen sein werden, um stärker wachsen zu können.

(AWP)