USA vs.China - Handelsstreit: Kommt es zu einer weltweiten Rezession?

Der Handelsstreit zwischen den USA und China befindet sich in einer neuen Runde. Die UBS zeigt in einer Studie, was passieren könnte, sollte der Zollkonflikt weiter eskalieren.
05.08.2019 11:08
Von Henning Hölder
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet die weltweite Konjunktur.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet die weltweite Konjunktur.
Bild: Bloomberg

Letzte Woche liess Donald Trump mit einem Tweet die Börsen weltweit abstürzen. Auch am Montag setzt sich der Ausverkauf an den Märkten fort. Trumps Ansage: Von September an will der US-Präsident Sonderzölle von zunächst zehn Prozent auf bisher von Strafzöllen verschonte chinesische Waren im Wert von 300 Milliarden Dollar verhängen. Sollten die weiteren Gespräche nicht im Sinne Trumps verlaufen, drohen Strafzölle in Höhe von 25 Prozent. Peking kündigte umgehend Vergeltungsmassnahmen an. 

Doch wie schwerwiegend wäre eine weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China für die Wirtschaft? Die UBS hat nachgerechnet und verschiedene Szenarien des Konflikts geprüft. Zusammengefasst: Es gibt nur Verlierer. Die Analysten sagen bei US-amerikanischen Strafzöllen in der Höhe von 25 Prozent eine milde globale Rezession voraus.

Konkret gehen die Experten davon aus, dass ein solches Szenario der globalen Wirtschaft etwa 0,75 Prozent des Wachstums kostet. Die Aktienmärkte brächen um etwa 20 Prozent ein. Für das Szenario von US-Strafzöllen in Höhe von 10 Prozent geht die UBS von einer Belastung der US-Konjunktur pro Quartal von 0,2 – 0,3 Prozent aus. Bei China wären es 0,3 Prozent.

Schnelle Reaktion der Aktienmärkte

Während der Handelsstreit-Eskalation im Mai reagierten die Aktienmärkte schnell. Innerhalb von zwei Wochen waren die Zoll-Drohungen in den Kursen eingepreist. Die UBS geht diesmal von einem ähnlichen Tempo aus. Zudem werde der Markt bereits die Gefahr von US-Zöllen in Höhe von 25 Prozent (statt den bisher angekündigten 10 Prozent) teilweise einpreisen.

Die Analysten gehen von einem weltweiten Rückgang der Gewinne pro Aktie von 7 Prozent aus, verursacht durch den Handelskonflikt. Weitere Zinssenkungen sollten den Märkten dabei ein wenig Puffer geben.

Zyklische Konsumgüter unter Druck

Weiter rechnet die UBS damit, dass US-Zölle von 10 Prozent auf die übrigen China-Importe den Industrie-Output um etwa 0,45 Prozent drücken würde (1,12 Prozent bei Zöllen von 25 Prozent). Darunter würde vor allem der Absatz zyklischer Konsumgüter leiden, insbesondere Gebrauchsgüter, Kleidung und Technik-Produkte. Die Auswirkungen auf Zwischenprodukte wären geringer.

Für die UBS-Analysten hätten die letzten beiden Handelstage gezeigt, dass die Aktienmärkte weitere Verschärfungen des Handelskonflikts schnell einpreisen. Dabei zeigte sich, dass die Märkte in Europa und die Emerging Markets den Handelskonflikt stärker eskomptiert hätten als die US-amerikanischen und chinesischen Märkte.

 

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