Vasella-Effekt? Novartis-Aktie steigt deutlich

Die Börse reagiert euphorisch auf die Rücktrittsankündigung von Novartis-VR-Präsident Daniel Vasella. Die Aktie notiert deutlich höher - obwohl der Geschäftsausblick für 2013 wenig berauschend ist.
23.01.2013 09:00
Daniel Vasella tritt im Februar als VR-Präsident von Novartis ab.
Daniel Vasella tritt im Februar als VR-Präsident von Novartis ab.
Bild: Bloomberg
Im Verwaltungsrat von Novartis kommt es schon zu einem Führungswechsel: Daniel Vasella tritt an der Generalversammlung im Februar als Präsident des Gremiums zurück, wie das Basler Unternehmen mitteilt. Gründe für den Abgang gab Novartis nicht an.
 
Die Börse reagiert auf dise Meldung positiv: Die Aktie legt im frühen Handel fast 3 Prozent zu und notiert bei 61,60 Franken. 
 
Vasella prägte das Unternehmen 17 Jahre lang als CEO und Verwaltungsratspräsident. Sein Nachfolger als Chef des Aufsichtsgremiums soll ab August Jörg Reinhardt werden. Reinhardt kommt vom deutschen Bayer-Konzern. Davor war er schon als Chief Operating Officer (COO) für Novartis tätig und galt als möglicher Nachfolger Vasellas als CEO.
 
Comeback bei Novartis
 
Als Daniel Vasella im Januar 2010 indes als Konzernchef zurücktrat und damit sein umstrittenes Doppelmandat abgab, kam jedoch für viele überraschend der Amerikaner Joe Jimenez zum Zuge, der bisherige Leiter der Pharma-Sparte. Reinhardt verliess in der Folge den Pharmakonzern - bis zu seinem heute angekündigten Comeback.

Novartis macht die Generika-Konkurrenz zu schaffen. Der Basler Arzneimittelhersteller rechnet erst für das kommende Jahr mit einer Rückkehr zum Wachstum. 2013 werde der Umsatz unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen stagnieren, prognostizierte Novartis am Mittwoch.

Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn dürfte sogar um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag schrumpfen. Für 2014 und 2015 stellt Novartis einen Anstieg der Verkaufserlöse zumindest um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag in Aussicht. Der bereinigte operative Gewinn dürfte stärker als der Umsatz steigen.

Gewinn unter den Erwartungen

2012 schloss Novartis mit 9,62 Milliarden Dollar Reingewinn ab. Das sind vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber weniger als von Analysten erwartet. Diese hatten im Schnitt 9,91 Milliarden Dollar prognostiziert. Die Aktionäre sollen 2,30 Franken Dividende je Aktie erhalten nach 2,25 Franken im Vorjahr.

Der Nettoumsatz schrumpfte um drei Prozent auf 56,67 Milliarden Doller. Unter Ausschluss von Währungseffekten stagnierten die Umsätze, womit Novartis das angepeilte Ziel erreichte. Im größten Geschäft mit den verschreibungspflichtigen Medikamenten verringerten sich die Verkaufserlöse um ein Prozent auf 32,15 Milliarden Dollar. Umsatzzuwächse bei neuen Präparaten wie der Tablette Gilenya gegen Multiple Sklerose oder den Krebsmitteln Afinitor und Tasigna konnten die Einbußen beim früheren Top-Produkt Diovan nur zum Teil wettmachen.

Novartis legte als erster europäischer Pharmakonzern sein Jahresergebnis vor. Der US-Konkurrent Johnson & Johnson hatte am Vortag mit einem verhaltenen Ausblick enttäuscht. Novartis schlägt den Aktionären für das Berichtsjahr die Ausschüttung einer Dividende von 2,30 (Vorjahr: 2,25) Franken je Aktie vor.

(Reuters/cash)