Verlagerung nach Indien - Novartis will am Hauptsitz in Basel 500 Stellen abbauen

Der Pharmakonzern Novartis hat für den Standort Schweiz Personalanpassungen angekündigt. Mit den geplanten Schritten solle die Innovationskraft weiter gestärkt werden.
18.05.2017 16:01
Der Hauptsitz von Novartis in Basel.
Der Hauptsitz von Novartis in Basel.
Bild: Bloomberg

So plant der Konzern in der Region Basel bis zu 500 Jobs abzubauen oder an andere Standorte zu verlagern. Gleichzeitig sollen hierzulande rund 350 Hightech-Positionen geschaffen werden.

Unter dem Strich kommt das an sich einer Streichung von 150 Stellen gleich. Allerdings schränkte Matthias Leuenberger, Delegierter Novartis Schweiz, in einer Telefonkonferenz mit Journalisten am Donnerstag ein, dass von den Stellen, die gestrichen werden sollen, einige nicht besetzt seien.

Zu den Stellenstreichungen gehöre auch die Schliessung von zwei Produktionsstätten, erklärt der Manager, deren Kapazitäten nicht mehr ausgelastet seien.

Massnahmen bis 2018 abgeschlossen

Die Massnahmen sollen innerhalb der nächsten anderthalb Jahre umgesetzt werden. Die Stellenstreichungen werden überwiegend in der traditionellen Produktion sowie in den Bereichen Koordination und Entwicklung vorgenommen. Die neu zu schaffenden Stellen wiederum werden vornehmlich in der Medikamentenentwicklung und der Herstellung innovativer Biologika sein.

Man habe den Dialog und die Konsultationen mit den Arbeitnehmervertretern in der Schweiz bereits aufgenommen, erklärte Leuenberger weiter. Man werde allen betroffenen Mitarbeitenden volle Unterstützung bieten. "Dazu gehören die Dienstleistungen durch ein Job Center zur Maximierung der internen und externen Wiedereinstellungen, ein Sozialplan sowie Regelungen für vorgezogene und freiwillige Pensionierungen", zählte der Manager die geplanten Hilfestellungen und Möglichkeiten auf.

"Dieser Schritt unterstreicht das langfristige Engagement von Novartis für den Standort Schweiz und stellt eine weitere Investition in die Innovations- und Wachstumsfähigkeit des Unternehmens dar", hiess es in der Mitteilung.

Die geplanten Massnahmen seien ein Bestandteil der laufenden globalen Transformation in ein integriertes Betriebsmodell, hiess es weiter. "Die kontinuierliche Umsetzung dieses Modells führt auch zu Personalanpassungen in verschiedenen Ländern". Wie genau diese Anpassungen aber in anderen Ländern aussehen werden, vermochte Leuenberger auf Nachfrage nicht zu beantworten.

(AWP)