Verlangsamtes Wachstum - Versicherer steigern im Jahr 2016 die Prämieneinnahmen weltweit

Das weltweite Prämienwachstum der Versicherer hat im Jahr 2016 zugelegt – aber weniger stark als in den Vorjahren.
05.07.2017 10:18
Filiale der Allianz-Versicherung in Vieste, Italien.
Filiale der Allianz-Versicherung in Vieste, Italien.
Bild: cash

Das Volumen der Erstversicherungsprämien ist real um 3,1% angestiegen nach einem Wachstum von 4,3% im Jahr 2015. Die Zunahme sei im vergangenen Jahr trotz des moderaten weltweiten Wirtschaftswachstums von 2,5% erreicht worden, teilt die Swiss Re am Mittwoch im Rahmen der jüngsten sigma-Studie mit. Nominal in US-Dollar gerechnet legte die Branche um 2,9% auf 4'732 Mrd USD zu.

Den Hauptgrund für die Wachstumsabschwächung 2016 sehen die Swiss-Re-Experten in der Entwicklung in Westeuropa oder Nordamerika. Aber auch in den meisten Schwellenländern habe das Wachstum an Fahrt verloren. Eine Ausnahme stelle dabei China dar, wo die Branche nach wie vor stark zulegen kann.

Verlangsamung bei Lebensversicherungen

In der Lebensversicherung nahm das weltweite Volumen real noch um 2,5% auf 2'617 Mrd USD zu, dies nach einem Plus von deutlich höheren 4,4% im Jahr davor. Mit der Zunahme im 2016 liege die Branche aber immer noch über dem zehnjährigen Durchschnitt von 1,1%, so die Studie. Wachstumstreiber blieben die Schwellenländer dank China mit einem Anstieg von 17% (10-jähriger Durchschnitt: +8,4%). In den entwickelten Länder nahmen die Prämien um 0,5% ab.

Die Nichtlebenprämien kletterten real um 3,7% auf 2'115 Mrd USD nach zuvor einem Plus von 4,2%. Der zehnjährige Durchschnitt beläuft sich hier auf 2,0%. Auch hier hatten die Emerging Markets mit plus 9,6% (10-jähriger Durchschnitt: +8,3%) die Nase vorn, wobei erneut China mit einem Anstieg von 20% wesentlich dazu beigetragen hat. In den entwickelten Ländern schwächte sich das Wachstum auf 2,3% von 3,3% im Jahr 2015 ab.

China hat sich mit einem Prämienvolumen von 466 Mrd USD dank des starken Wachstums auf den dritten Platz in der weltweiten Versicherungsstatistik vorgeschoben. Im Jahr 2000 lag der chinesische Versicherungsmarkt noch auf Rang 16. Rang zwei belegt im Jahr 2016 Japan mit einem Volumen von 471 Mrd und die Führung behält der US-Markt mit rund 1'350 Mrd.

Tiefe Zinsen belasten

Zu schaffen mache den Versicherern nach wie vor das niedrige Zinsniveau, das die Profitabilität vor allem der Lebensversicherer belaste, heisst es weiter. Aber auch die Profitabilität der Nichtlebensversicherer beim Zeichnen von Neugeschäft sei ein Problem. Insgesamt seien die Eigenkapitalrenditen im vergangenen Jahr in beiden Sparten zurückgegangen.

Im Ausblick rechnen die Swiss Re-Ökonomen in der Lebensversicherung mit einer Wachstumsbeschleunigung in den kommenden Jahren, dies vor allem dank der Schwellenmärkten und insbesondere dank China und Indien. Allerdings dürfte auch das Wachstum in den entwickelten Ländern zulegen. Dagegen sei am weltweiten Nichtlebensektor weiterhin nur mit moderatem Wachstum zu rechnen. Auch hier werde die Branche von den Schwellenländern um China angetrieben.

(AWP)