Vermögensverwaltung - Bei GAM sinkt der Gewinn um 41 Prozent

Der Vermögensverwalter GAM hat im Geschäftsjahr 2016 weniger Umsatz und wie angekündigt deutlich weniger Gewinn erzielt.
02.03.2017 08:39
Der Zürcher Prime Tower, Sitz der Vermögensverwalters GAM.
Der Zürcher Prime Tower, Sitz der Vermögensverwalters GAM.
Bild: Roland Fischer/Wikimedia/CC-BY-SA-3.0 Unported

Der bereinigte, von GAM als "operativer Konzerngewinn" bezeichnete, Gewinn ging 41% auf 94,2 Mio CHF zurück. Dies sei grösstenteils zurückzuführen auf wesentlich niedrigere performanceabhängige Erträge, heisst es am Donnerstag vom Asset Manager. Die Prognosen der Analysten wurden bei der Kennzahl allerdings deutlich übertroffen.

Der Konzerngewinn nach IFRS lag allerdings lediglich 3% unter dem Vorjahr bei 134,3 Mio CHF. Dabei wirkte sich ein "nicht wiederkehrender Steuerposten" von +27,8 Mio massgeblich positiv aus, wie den Zahlen zu entnehmen ist. Den Aktionären soll eine unveränderte Dividende von 0,65 CHF je Aktie ausgeschüttet werden, was im Vorfeld bereits mehr oder weniger in Aussicht gestellt wurde.

Der Betriebsertrag sank im Jahresvergleich um 20% auf 478,60 Mio CHF. Gleichzeitig ging der Geschäftsaufwand um 11% auf 358,5 Mio CHF zurück. Das Institut verzeichnete in der Berichtsperiode einen Nettoneugeldabfluss von insgesamt 6,4 Mrd CHF. Die Kundenvermögen lagen per Ende Jahr bei 120,7 Mrd.

Zudem wird sich VRP Johannes de Gier an der bevorstehenden Generalversammlung Ende April nicht zur Wiederwahl stellen. Er tritt in den Ruhestand. Dieser Schritt erfolge im Einklang mit einer vom Verwaltungsrat langfristig geplanten Nachfolgelösung, heisst es in einer separaten Mitteilung von GAM. Zuvor hatte der GAM-Aktionärs RBR den Austausch von de Gier sowie weitere neue Verwaltungsräte gefordert.

Kein Ausblick für 2017

Der Veraltungsrat schlägt nun allerdings Diego du Monceau, Nancy Mistretta, Ezra S. Field und Benjamin Meuli zur Wiederwahl vor. David Jacob wird als neues Mitglied nominiert. Die von RBR gemachten namentlich genannten Vorschläge werden damit nicht berücksichtigt.

Weiter gab GAM bekannt, die Lizenz für die Verwendung der Marke Julius Bär zur Vermarktung von Investmentfonds gekündigt zu haben. Im Rahmen des Lizenzvertrags, den die Gesellschaft am Tag der Abspaltung von Julius Bär im Jahr 2009 abgeschlossen hatte, zahlte sie eine umsatzabhängige Lizenzgebühr, um ihren Übergang zu einer unabhängigen, reinen Asset- Management-Gruppe mit globaler Ausrichtung zu unterstützen.

Mit Blick auf das laufende Jahr heisst es, das Marktumfeld werde auch 2017 von politischer Ungewissheit geprägt bleiben. Ein konkreter Ausblick für 2017 wird nicht gemacht. Die Mittelfristziele über einen Geschäftszyklus von fünf bis acht Jahren wurden indes bestätigt.

(AWP)