Vermögensverwaltung - Bei GAM wird der Gewinn nicht so üppig ausfallen

GAM hat am Freitag überraschend einen ersten Überblick über den Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr gegeben.
13.07.2018 07:35
Der Zürcher Prime Tower, Sitz des Vermögensverwalters GAM.
Der Zürcher Prime Tower, Sitz des Vermögensverwalters GAM.
Bild: Roland Fischer/Wikimedia/CC-BY-SA-3.0 Unported

Demnach rechnet der Vermögensverwalter zwar damit, den operativen Gewinn gegenüber dem Vorjahr gesteigert zu haben, unter dem Strich dürfte aber weniger übrig bleiben als noch vor einem Jahr.

Konkret stellt GAM einen operativen Gewinn vor Steuern von rund 91 Millionen Franken in Aussicht. Dieser schliesst auf der einen Seite nicht wiederkehrende und akquisitions-bezogenen Posten aus, beinhaltet zugleich aber performanceabhängige Erträge von rund 2 Millionen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2017 wies das Unternehmen einen operativen Gewinn vor Steuern von 75,4 Millionen aus. Hierin enthalten waren performanceabhängige Erträge in Höhe von 19,3 Millionen.

Gleichzeitig rechnet GAM mit einer nicht liquiditätswirksamen Wertminderung von rund 59 Millionen Franken nach Steuern. Diese bezieht sich auf immaterielle Vermögenswerte wie Investment-Management- und Kundenverträge, die wiederum in Zusammenhang mit den von Cantab Capital Partners im Oktober 2016 übernommenen Fonds stehen.

Wertberichtungen nötig

Wegen niedrigeren verwalteten Vermögen und Cashflows im Vergleich zu den prognostizierten Werten, die zum Zeitpunkt der Cantab-Akquisition gemacht wurden, sieht sich GAM zu diesem Schritt gezwungen.

Darüber hinaus erwartet der Vermögensverwalter eine Reduktion der aufgeschobenen Verbindlichkeiten für Cantab von rund 30 Millionen Franken. Sie entsprechen dem Teil des Kaufpreises, der über mehrere Jahre aufgeschoben wurde. "Zusammen mit früher ausgewiesenen Anpassungen werden sich die aufgeschobenen Verbindlichkeiten seit der Akquisition im Jahr 2016 voraussichtlich um rund 57 Millionen Franken verringern", heisst dazu weiter in der Mitteilung.

Berücksichtigt man nun diese nicht wiederkehrenden und akquisitions-bezogenen Posten, rechnet GAM unter dem Strich mit einem Konzerngewinn nach IFRS von rund 25 Millionen. Für die ersten sechs Monate des Vorjahres hatte GAM noch 67,7 Millionen ausgewiesen.

Mit Blick auf GAM Systematic Cantab erklärt CEO Alexander Friedman in der Mitteilung, man sehe GAM Systematic Cantab weiterhin als einen wichtigen Treiber für das zukünftige Wachstum, obwohl die Entwicklung der verwalteten Vermögen seit der Übernahme hinter den Erwartungen zurückblieb.

(AWP)