Vermögensverwaltung - Ex-Berenberg-Banker holen 1,5 Milliarden Euro mit eigener Firma

Der Gang in die Selbständigkeit hat sich für einige deutsche Banker gelohnt: In Hamburg wächst ein kleiner, neugegründeter Asset Manager rasch.
02.12.2018 06:51
Das neue Wahrzeichen Hamburgs: Die Elbphilharmonie. In der norddeutschen Hafenstadt etabliert sich der Vermögensverwalter 7orca erfolgreich.
Das neue Wahrzeichen Hamburgs: Die Elbphilharmonie. In der norddeutschen Hafenstadt etabliert sich der Vermögensverwalter 7orca erfolgreich.
Bild: Bjoern Schwarz

Flickr, Lizenz CC BY-SA 2.0

Weitere deutsche Banker haben Erfolg mit dem Gang in die Selbstständigkeit. Der Hamburger Vermögensverwalter 7orca Asset Management, der von acht ehemaligen Mitarbeitern der Bank Berenberg gegründet worden ist, hat ein Jahr nach dem Start rund 1,5 Milliarden Euro an Kundengeldern eingesammelt. Das sagte CEO Tindaro Siragusano in einem Interview mit Bloomberg News. "Das erste Jahr ist sehr gut gelaufen. Und wir wollen weiter wachsen. Für Ende 2019 streben wir ein verwaltetes Vermögen zwischen 2,5 Milliarden und 3 Milliarden Euro an", sagte er.

Schwerpunkt des Unternehmens sind quantitative Investment-Strategien zur Absicherung von Währungsrisiken, so genanntes Currency Overlay. In diesem Bereich stecken derzeit 1,4 Milliarden Euro. "Das ist gerade wegen der starken Zinsdifferenz zwischen Dollar und Euroein ganz heisses Thema", sagte Siragusano.

Mitarbeiter halten 74 Prozent

Weitere 100 Millionen Euro haben Kunden in einem Short-Volatility-Strategie angelegt, hiervon knapp die Hälfte in einem von dem Unternehmen aufgesetzten Publikumsfonds. Zu den Mandanten zählen Altersversorgungseinrichtungen, Versicherungen, Stiftungen und Family Offices. Zudem gibt es zwei strategische Partner. So hat sich das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin mit 13 Prozent an der Firma beteiligt und bereits ein Mandat über rund 300 Millionen Euro erteilt. Mit weiteren 13 Prozent ist der Vermögensverwalter Assenagon bei den Hamburgern eingestiegen. Die restlichen 74 Prozent gehören den Mitarbeitern.

"Bei den Gründern handelt es sich um ein eingespieltes und erfahrenes Spezialistenteam", sagt Siragusano. Die Zahl der Angestellten ist von neun zum Zeitpunkt der Gründung auf inzwischen dreizehn angewachsen. Weitere Einstellungen sind für das nächste Jahr geplant.

Auch andere deutsche Banker, die den Gang in die Selbstständigkeit gewagt haben, konnten zuletzt hohe Summen an Kundengeldern einwerben. So betreut beispielsweise das Frankfurter Family-Office Segura & Jesberger, das von zwei Ex-BHF-Bankern gegründet wurde, rund zweieinhalb Jahre nach dem Start ein Vermögen von 1,5 Milliarden Euro, wie Geschäftsführer Thomas Segura vor kurzem in einem Interview mit Bloomberg erklärte.

Als mögliche Konkurrenten im Bereich Currency-Overlay-Management sieht Siragusano neben seinem Ex-Arbeitgeber Berenberg auch HSBC Trinkaus & Burkhardt und die Frankfurter Traditionsbank Metzler. Die Gründer von 7orca wollen an dem Standort Hamburg, unweit von ihrem ehemaligen Arbeitgeber, festhalten. Siragusano: "Der Abstand von der Hektik in Frankfurt und London, die Vogelperspektive - das hat unserer Performance in der Vergangenheit gut getan."

(Bloomberg)