Vermögensverwaltung - Privatbank UBP auf der Suche nach Wachstum

Die Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée hat die Beratungsfirma McKinsey an Bord geholt, um Wachstumsmöglichkeiten zu identifizieren.
23.09.2017 13:15
Die Züricher Filiale der Union Bancaire Privée.
Die Züricher Filiale der Union Bancaire Privée.
Bild: iNg

Das hat Bloomberg von Personen erfahren, die mit den Gesprächen vertraut sind. Der Berater soll den Angaben zufolge Wachstumsmöglichkeiten identifizieren. Europäische Vermögensverwalter sind angesichts niedriger Zinsen und gedämpfter Kunden-Aktivitäten unter Druck.

Die in Genf ansässige Privatbank war einst Vorreiter bei Investments in Dachfonds. Union Bancaire Privée (UBP) hat laut der Kreise nun McKinsey gebeten, dabei zu helfen, neue Kunden zu gewinnen und das Geschäft mit bestehenden auszuweiten, insbesondere durch die Verbesserung der Effizienz im Vertrieb. UBP wollte auf Nachfrage von Bloomberg keine Stellungnahme abgeben, dasselbe galt auch für McKinsey.

Die europäischen Privatbanken kämpfen mit schrumpfenden Margen, die im vergangenen Jahr zu einem Rückgang der Gewinne geführt hatten. Es handelte sich um den ersten Jahres-Rückgang seit 2009, wie aus einem Bericht von McKinsey hervorgeht.

UBP hatte zuletzt versucht, Marktanteile durch die Übernahme kleinerer Konkurrenten zu gewinnen, zumal die weitere Konsolidierung der Branche als unvermeidlich angesehen wird. Seit 2011 hat die Bank die Schweizer Tochtergesellschaft von ABN Amro Group, das Private-Banking-Geschäft von Lloyds Banking Group und das Auslandsgeschäft der Royal Bank of Scotland, bekannt als Coutts International, erworben.

Verlorene Gelder im Zuge der Finanzkrise

Das betreute Vermögen der UBP war in den Jahren nach der Finanzkrise eingebrochen. Die Abflüsse wurden angetrieben durch Verluste der Kunden von etwa 700 Millionen Dollar aus dem Zusammenbruch des Schneeballsystems von Bernard Madoff 2008. Zwei Jahre später erklärte sich UBP bereit, rund 500 Millionen Dollar zu zahlen, um Forderungen der Treuhänder zu begleichen, die die bankrotte Investmentgesellschaft von Madoff abwickelten.

UBP verwaltete Ende Juni 119 Milliarden Franken an Kundengeldern, verglichen mit 113,5 Milliarden Franken ein Jahr zuvor. Die Bank stimmte letztes Jahr zu, fast 188 Millionen Dollar als Teil eines US-Amnestie-Programms für Dutzende von Schweizer Banken zu zahlen, die Amerikanern einst geholfen haben sollen, Steuern zu entziehen.

Gegründet wurde die Privatbank 1969 von Edgar de Picciotto, die Wurzeln der Bank reichen indes bis ins 17. Jahrhundert zurück. UBP beschäftigt heute rund 1600 Mitarbeiter und ist an weltweit über 20 Standorten aktiv, wie aus eigenen Angaben auf der Webseite hervorgeht.

Der Sohn von Edgar, Guy de Picciotto, ist Präsident des Exekutivkomitees für die operative Leitung, während zwei weitere Kinder im Verwaltungsrat sitzen - Anne Rotman de Picciotto und Daniel de Picciotto, der nach dem Tod seines Vaters im März 2016 den Vorsitz übernahm.

(Bloomberg)