Versicherer liefert ab - Swiss-Life-Zahlen kommen gut an - Aktie steigt fürs Erste

Trotz rückläufigen Prämieneinnahmen steigert Swiss Life den Jahresgewinn und übertrifft damit selbst die ambitioniertesten Analystenerwartungen. Aufgrund von Gewinnmitnahmen gewinnt die Aktie nur leicht.
03.03.2017 11:43
Von Lorenz Burkhalter
Unter Swiss-Life-Chef Patrick Frost hat der Lebensversicherungskonzern zu alter Stärke gefunden.
Unter Swiss-Life-Chef Patrick Frost hat der Lebensversicherungskonzern zu alter Stärke gefunden.
Bild: ZVG

Die Erwartungen an den Lebensversicherungskonzern Swiss Life waren hoch. Im Vorfeld der Ergebnisveröffentlichung von heute Freitag nahmen gleich mehrere namhafte Analysten ihre Gewinnschätzungen nach oben. Zu Recht, wie sich zeigt: Das Jahresergebnis liegt sowohl beim Betriebsgewinn als auch beim Reingewinn selbst über den optimistischsten Annahmen.

Auch die grosszügige Dividendenerhöhung von 8,50 auf 11 Franken je Aktie kommt gut an, deckt sich allerdings weitestgehend mit den Erwartungen. An der Schweizer Börse SIX wird die Aktie von Swiss Life von Anschlusskäufen erfasst und auf neue Mehrjahreshöchstkurse getragen. Zur Stunde gewinnt sie noch 0,5 Prozent auf 323,30 Franken. Im frühen Handel kletterte die Aktie vorübergehend bis auf 326,60 Franken und damit auf den höchsten Stand seit vor dem Ausbruch der Finanzkrise vom Sommer 2007.

Begeisterung ist einem Kommentar aus dem Hause Baader Helvea zu entnehmen. Wie dessen Verfasser schreibt, kann der Lebensversicherungskonzern mit einem weiteren soliden Resultat aufwarten. Auf Stufe des Betriebsgewinns sieht der Analyst die bankeigenen Prognosen um 4 Prozent und die Konsensschätzungen immerhin um 3 Prozent übertroffen. Er führt das starke Abschneiden einerseits auf einen höheren Gewinnbeitrag aus dem Heimmarkt Schweiz, andererseits aber auch auf umfassendere Kosteneinsparungen zurück.

Satte Kommissionserträge im Schlussquartal

Positiv wird im Kommentar aber vor allem das von höheren Margen begleitete Neugeschäft hervorgehoben. Der Experte hält seine Investmentthese vollumfänglich für intakt und bekräftigt sowohl die Kaufempfehlung als auch das 335 Franken lautende Kursziel für die Swiss-Life-Aktie.

Beeindruckendes Abschneiden der Swiss-Life-Aktie (rot) gegenüber dem SPI (grün) seit August (Quelle: www.cash.ch)

Sein für die UBS tätiger Berufskollege führt den starken Gewinnbeitrag aus dem Heimmarkt Schweiz vor allem auf kostenseitige Fortschritte zurück. Doch auch an den in der zweiten Jahreshälfte um 13 Prozent gestiegenen Kommissionseinnahmen findet er sichtlich Gefallen. Der Preis-vor-Volumen-Ansatz zeige Ergebnisse, so schreibt der Experte weiter. Seines Erachtens ist der Lebensversicherungskonzern auf einem guten Weg, die bis Ende 2018 definierten Zielsetzungen vorzeitig erreichen zu können. Er stuft die Aktie deshalb unverändert mit "Buy" ein. Das 12-Monats-Kursziel wird voraussichtlich angehoben.

Höhere Dividende zeugt von Zuversicht

Auch der Analyst von Kepler Cheuvreux zeigt sich überzeugt, dass Swiss Life die eigens definierten Mittelfristziele "so gut wie im Sack hat". Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr vor allem in der ersten Jahreshälfte operative Fortschritte erzielt, in der zweiten Jahreshälfte jedoch bewiesen, dass ein Grossteil der Löwenarbeit abgeschlossen sei. Die Aktie wird bei Kepler Cheuvreux weiterhin mit einem Kursziel von 326 Franken zum Kauf empfohlen.

Der für die Bank Vontobel tätige Experte bezeichnet die Dividendenerhöhung als erfreulich. Seines Erachtens entsprechen die in Aussicht gestellten 11 Franken je Aktie den bankeigenen Maximalschätzungen bei einer Ausschüttungsquote von 38 Prozent und einer soliden Rendite von 3,4 Prozent. Seine Schlüsselbotschaft: Die Dividendenerhöhung belegt die Zuversicht des Unternehmens in die zukünftige Ertragsentwicklung. Auch bei der Bank Vontobel wird die Aktie zum Kauf empfohlen. Das Kursziel lautet 330 Franken.

Händler schliessen nicht aus, dass die Aktie im weiteren Tagesverlauf von Gewinnmitnahmen erfasst werden könnte. Dabei wird auf den starken Kursanstieg von knapp 50 Prozent seit Anfang August letzten Jahres sowie auf die negativen Vorgaben aus Übersee von vergangener Nacht verwiesen. Wie es heisst, weisen andere Schweizer Versicherungsaktien noch immer eine deutlich höhere Dividendenrendite auf.