Versicherungen - Baloise zahlt höhere Dividende als erwartet

Baloise zahlt den Aktionären mehr vom Gewinn aus, als Analysten dies im Vorfeld der Jahreszahlen geschätzt hatten. Beim Reingewinn 2017 blieb der Versicherungskonzern knapp unter den Erwartungen.
27.03.2018 10:29
Von Daniel Hügli
Gert De Winter ist CEO der Baloise-Gruppe.
Gert De Winter ist CEO der Baloise-Gruppe.
Bild: ZVG

Die Dividende für das Geschäftsjahr 2017 beträgt 5,60 Franken pro Aktie im Vergleich zu 5,20 Franken im Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit 5,44 Franken gerechnet. Der Aktionärsgewinn für das vergangene Geschäftsjahr ist laut Baloise der zweithöchste der letzten zehn Jahre. 

Der Reingewinn von Baloise betrug 548 Millionen Franken, was 2,5 Prozent mehr ist als 2016. Analysten hatten im Schnitt mit einem Reinergebnis von 552 Millionen Franken gerechnet. Ohne Einmaleffekt aus Restrukturierungsarbeiten wäre der Gewinn um knapp 13 Prozent auf 602 Millionen Franken gestiegen. Baloise baut nach wie vor das Geschäft in Deutschland um, um dieses profitabler zu gestalten.

Die Aktie von Baloise steigt an der Schweizer Börse in einem anziehenden Gesamtmarkt 1,2 Prozent. Seit Jahresbeginn hat der Titel etwa 5 Prozent nachgegeben.

Das Geschäftsvolumen nahm um 3,9 Prozent auf 9,62 Milliarden Franken zu. Dazu beigetragen haben vor allem die Prämien mit Anlagecharakter, die mit einem Plus von 15 Prozent auf 2,51 Milliarden Franken beigetragen haben. Das Nichtlebengeschäft hat um 2,8 Prozent auf 3,22 Milliarden Franken zugelegt.

Das Sachgeschäft muss allerdings einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Der EBIT sank um 5,5 Prozent. Die Combined Ratio, welche die Schadenzahlungen und Kosten mit den Prämieneinnahmen vergleicht, hat sich mit dem Umbau in Deutschland leicht auf 92,3 Prozent verschlechtert. Baloise begründet diesen Rückgang mit dem andauernden Umbau in Deutschland und einem Beitrag an die Pensionskasse in der Schweiz. 

Im Lebengeschäft stieg der EBIT um 35 Prozent auf 306 Millionen Franken. Die Neugeschäftsmarge des Lebengeschäfts betrage 33 Prozent dank "des selektiven Underwritings und des verbesserten Businessmixes", wie Baloise in einer Mitteilung schreibt. Das Volumen ging aber insgesamt zurück, und zwar um 1,6 Prozent auf 3,51 Milliarden Franken. Dies passierte laut Baloise aufgrund der eigenen Strategie, den Geschäftemix zu verbessern. Wegen der tiefen oder gar negativen Zinsen lohnen sich traditionelle Lebensversicherungen für Versicherer kaum mehr.

"Rasant in die Zukunft"

"Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung des Nichtleben- und des Lebengeschäfts. Die Verlagerung im Portfolio hin zu weniger kapitalbindenden Lebensversicherungen wirkt sich nachhaltig positiv aus", lässt sich CEO Gert De Winter in der Mitteilung zitieren. "Die Beiträge aus dem Lebengeschäft dürften sich deshalb weiter erhöhen. Ein steigendes Zinsumfeld wäre ein zusätzlich positiver Treiber." 

"Nicht zufrieden" ist De Winter mit dem deutschen Geschäftsergebnis. "Hier werden wir weiterhin alles daransetzen, Deutschland zu positiven Ergebnisbeiträgen zurückzuführen."  Gemessen am Volumen ist Deutschland nach der Schweiz, Luxemburg und Belgien der kleinste Markt für Baloise.

Die Analysten der Vontobel Bank sprechen von einem "sehr soliden" Ergebnis, das jedoch durch strategische Verkäufe in Deutschland negativ beeinflusst wurde. Das Lebensversicherungssegment zeige aber profitable Anzeichen und beginne vom Neugeschäft zu profitieren. Erfreulich sei zudem das hohe SST-Verhältnis und wie bereits durch Baader erwähnt, die gesunde Barmittel-Generierung, welche die Erhöhung der Dividende erlaube. Daher sehe man durchaus Aufwärtspotenzial für das Kursziel von 160 Franken.

Die positive Reaktion an den Börsen prognostizierte auch die ZKB. Dies obwohl die Aktie bereits leicht über dem Buchwert notiere. Der Jahresabschluss zeige eine insgesamt gute Entwicklung, lautet das Fazit der Bank. Operativ getragen sei es vor allem von einem guten Geschäftsverlauf in der Lebensversicherung, die Nichtlebensversicherung sei hingegen infolge der hohen Belastung durch Schadenskosten "etwas unvorteilhafter". Die ZKB stuft die Titel mit "Marktgewichten" ein.

Eine Wegstrecke hat die Baloise noch vor sich, um die im Rahmen der eigenen Strategie "Simply Safe" bis 2021 angepeilten Neukunden zu erreichen. 2017 und damit im ersten Jahr des Programms, hat Baloise 118'000 neue Kunden gewonnen. Angepeilt sind bis 2021 eine Million Neukunden.

"Rasant in die Zukunft der Versicherungsindustrie" bewege sich die Baloise laut De Winter mit verschiedenen Digitalinitiativen. Dabei betont er vor allem die digitalen Plattformen Friday, Movu und Mobly, die die Themenwelten Mobilität, Leben und Wohnen bedienen.

(Mit Material von AWP und SDA)