Versicherungen - Swiss-Life-Aktie von Dividenden-Fantasien angetrieben

Der Zwischenbericht von Swiss Life für die ersten neun Monate lässt keine Anlegerwünsche offen und lässt auf eine höhere Jahresdividende hoffen. Anschlusskäufe erfassen die Aktie des Lebensversicherers.
08.11.2017 14:41
Von Lorenz Burkhalter
Swiss-Life-Chef Patrick Frost wähnt seinen Arbeitgeber auf Kurs.
Swiss-Life-Chef Patrick Frost wähnt seinen Arbeitgeber auf Kurs.
Bild: cash

Der von Swiss Life veröffentlichte Zwischenbericht zeigt: Der traditionsreiche Lebensversicherungskonzern aus Zürich ist auch nach neun Monaten gut unterwegs.

Bei den eingenommenen Bruttoprämien und Kommissionserträgen werden die jeweiligen Analystenerwartungen übertroffen. Das gilt insbesondere für die stark wachsenden bei den Kommissionserträge sowie für den Nettoneugeldzufluss.

An der Schweizer Börse SIX gewinnt die Swiss-Life-Aktie denn auch 2,1 Prozent auf 350,70 Franken. Die Tageshöchstkurse liegen gar bei 351,40 Franken. Seit Jahresbeginn errechnet sich ein Plus von gut 21 Prozent.

Von einem soliden Zwischenbericht für die ersten neun Monate ist in einem Kommentar aus dem Hause Baader-Helvea zu lesen. Positiv hebt der Autor hervor, dass sich auf das dritte Quartal bezogen eine Belebung bei den Geschäftsaktivitäten zu verzeichnen war. Seines Erachtens zahlte sich der Fokus auf die Weiterentwicklung des Kommissionsgeschäfts einmal mehr aus. Für die rückläufige Entwicklung der Geschäftsvolumen im Heimmarkt Schweiz macht der Analyst das selektivere Gebaren des Unternehmens bei der Geschäftsvergabe verantwortlich.

Positive Worte findet er auch für den höher als erwartet ausgefallenen Nettoneugeldzufluss. Als Folge davon wird die Aktie von Swiss Life bei Baader-Helvea weiterhin mit einem Kursziel von 385 Franken zum Kauf empfohlen.

Kein Licht ohne Schatten: Auch wenn es der Experte von Kepler Cheuvreux nicht explizit schreibt, so lässt er zumindest durchblicken, dass ihn die bei 1,8 Prozent liegende Investmentrendite leicht enttäuscht. Ansonsten findet er am Zwischenbericht aber sichtlich Gefallen. Er hält am "Buy" lautenden Anlageurteil sowie am Kursziel von 395 Franken fest.

Gewisse Vorbehalte äussert auch der Berufskollege von J.P. Morgan. Wie er schreibt, droht Swiss Life im grenzüberschreitenden Geschäft mit amerikanischen Kunden ein Vergleich in Höhe von 100 bis 200 Millionen Franken.

Zwischenbericht schürt Dividendenerwartungen

Ein Analyst von der UBS Investmentbank bezeichnet das Abschneiden des Lebensversicherungskonzerns im zurückliegenden dritten Quartal als "stark". Dank einem starken Wachstum in Frankreich und im internationalen Geschäft sei das Geschäftsvolumen zwischen Juli und September um 17 Prozent höher als erwartet ausgefallen, so rechnet er vor. Aus Bewertungsgründen stuft der UBS-Analyst die Aktie wie bis anhin mit "Neutral" und einem 325 Franken lautenden 12-Monats-Kursziel ein.

Mit 175 Prozent liegt die SST-Quote per Ende September etwas höher als von Experten erwartet, war doch von einem Wert von um die 172 Prozent ausgegangen worden. Die SST-Quote misst die Solvabilität des Lebensversicherungskonzerns. Je höher der Wert, desto besser.

Dank den ermutigenden Aussagen der Firmenvertreter hinsichtlich der Erreichung der bis Ende dieses Jahres definierten Mittelfristziele und der bei der SST-Quote erzielten Fortschritte schürt der Zwischenbericht Dividendenerwartungen.

So geht der für die Bank Vontobel tätige Analyst für die kommenden Jahre beispielsweise von einer kontinuierlich steigenden Jahresdividende aus. Er sieht Swiss Life den Anteilseignern für das Geschäftsjahr 2019 gut 16 Franken je Aktie ausschütten. Das entspräche aus heutiger Sicht einer Rendite von immerhin 4,7 Prozent.