Versicherungskonzern - Zurich spielt die «Dividenden-Karte»

Zurich Insurance wartet am Investorentag mit ermutigenden Aussagen zur zukünftigen Dividendenpolitik auf. Dennoch kann sich die Aktie dem schwachen Gesamtmarkt nicht entziehen.
15.11.2017 13:16
Von Lorenz Burkhalter
Die Wolken am Himmel über der Zurich Insurance Group haben sich verzogen.
Die Wolken am Himmel über der Zurich Insurance Group haben sich verzogen.
Bild: Bloomberg

Wer am diesjährigen Investorentag der Zurich Insurance Group bahnbrechende Neuigkeiten erwartet hatte, dürfte am Mittwoch enttäuscht worden sein. Vielmehr will der traditionsreiche Versicherungskonzern über die Fortschritte bei der Vereinfachung der Organisationsstruktur und bei der Reduktion der Schwankungsanfälligkeit im Tagesgeschäft informieren.

Ein Zückerchen für die Aktionäre ist dennoch dabei. So soll die verbesserte Leistung Platz für höhere Ausschüttungen bieten. Darüber hinaus wird auf die starke Solvabilität aufmerksam gemacht.

Dennoch kann sich die Zurich-Aktie dem schwächeren Gesamtmarkt nicht entziehen und verliert an der Schweizer Börse SIX zur Stunde noch 0,3 Prozent auf 297,90 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 296,20 Franken. Seit Jahresbeginn errechnet sich ein eher mageres Plus von 6 Prozent, den Dividendenabgang von Ende März nicht miteinbezogen.

Der für die UBS Investmentbank tätige Versicherungsanalyst wähnt die Zurich Insurance Group auf einem guten Weg. Er schliesst von den im Hinblick auf den Investorentag gemachten Aussagen auf sich aufhellende Aussichten im Tagesgeschäft und erwartet gar, dass die Jahresdividende erhöht wird. Der Kurs der Aktie sei aufgrund ihrer attraktiv hohen Rendite gut gegen unten abgestützt, so lässt der Experte durchblicken. Sein Anlageurteil lautet jedoch weiterhin nur "Neutral" und das 12-Monats-Kursziel 300 Franken.

Starke Bilanz weckt Begehrlichkeiten

Ähnlich sieht es sein Berufskollege von der Bank Vontobel. Seines Erachtens sollten der Investorentag und die Präsentationen die zugrundeliegenden Verbesserungen mit einer potenziellen Preisfestigung im Nichtlebengeschäft bestätigen. Basierend auf einer soliden Bilanz und gepaart mit anhaltenden Bemühungen sehe sich die Gruppe in der Lage, die Kapitalrückzahlung an die Aktionäre im Laufe der Zeit zu erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2017 geht der Experte - anders als jener der UBS Investmentbank - allerdings nur von einer stabilen Dividende von 17 Franken je Aktie aus. Er stuft den Titel wie bis anhin mit "Hold" und einem Kursziel von 300 Franken ein.

Vor etwas weniger als einer Woche wartete der Versicherungskonzern mit einem Zwischenbericht für die ersten neun Monate auf. Der eigentliche Lichtblick, so waren sich die Experten damals einig, war die gegenüber Ende Juni erneut leicht höhere sogenannte Z-ECM-Quote. Das firmeneigene Zurich Economic Capital Model (Z-ECM) setzt das bilanztechnische Eigenkapital ins Verhältnis mit der Kapitalbindung. Mit 136 Prozent lag diese Quote Ende September deutlich über dem erklärten Zielbereich von 100 bis 120 Prozent. Das wiederum liesse eine Sonderdividende, Aktienrückkäufe oder grössere Firmenübernahmen zu.

Obwohl die Zurich-Aktie mit einer Rendite von 5,7 Prozent schon lange als Dividendenperle gilt, weckt die starke Bilanz bei den Anlegern Begehrlichkeiten. Es werden Forderungen nach einer noch grosszügigeren Ausschüttungspolitik laut.