Verunsicherung - der SMI im Sinkflug

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit Kursverlusten in den Handel gestartet und hat diese im frühen Handel noch weiter ausgebaut.
22.03.2016 10:24
Wolkig: Die Kurse an der Schweizer Börse sinken am Dienstag.
Wolkig: Die Kurse an der Schweizer Börse sinken am Dienstag.
Bild: cash

Als Grund für die europaweiten Kursverluste nennen Händler die Angst vor neuen Terroranschlägen. Medien berichten, dass es bei Explosionen am Brüsseler Flughafen Zaventem mehrere Tote und etliche Verletzte gegeben habe. Auch an der Metrostation Maelbeek sei es zu Explosionen gekommen.

Händler sprechen von einer ohnehin eher beklemmenden Stimmung, die sich in dieser verkürzten Osterwoche an den Finanzmärkten aktuell ausbreite. So habe die Volatilität seit Februar zwar deutlich abgenommen, es gebe aber weiterhin zahlreiche Faktoren, die das Bild schnell wieder ändern könnten. Hierzulande ist es der letzte "Grosskampftag" für die Berichtssaison 2015. Dabei stehen vorranging Werten aus dem breiten Markt im Fokus.

SMI sackt ab

Der Swiss Market Index (SMI) sackt bis um 09.30 Uhr um 1,58% auf 7'725,26 Punkte ab. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 1,61% auf 1'189,88 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,45% auf 8'220,83 Punkte zu. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren alle im Minus.

Zu den grössten Verlierern zählen am Morgen die Aktien des Index-Neuzugangs Dufry (-2,5%). Auch die Papiere von Lonza (-2,2%) und Adecco (-2,0%) verlieren überdurchschnittlich. Sehr schwach zeigen sich auch die Anteilsscheine vom Schwergewicht Roche (-2,0%), bei denen eine Herabstufung durch die HSBC belastet. In der Studie heben die Analysten vor allem den möglichen Druck durch Biosimilars hervor. Novartis (-0,9%) halten sich dagegen deutlich besser, obwohl auch ihr Kursziel gesenkt wird.

Das dritte Schwergewicht, Nestlé (-1,5%), fällt mit dem Markt. Überdurchschnittliche Kursabschläge verzeichnen aber vor allem die Aktien der beiden Grossbanken Credit Suisse (-2,8%) und UBS (-2,6%). Hier prognostizieren die Experten von Goldman Sachs in einer Branchenstudie einen Rückgang bei den Erträgen im europäischen Investment Banking von 24%.

Die Aktien der beiden Uhren- und Luxusgüterhersteller Swatch (-2,6%) und Richemont (-1,5%) stehen nach den jüngsten Uhrenexport-Daten weit oben auf den Verkaufslisten. Die Schweizer Uhrenexporte sind im Februar 2016 im Vorjahresvergleich erneut klar zurückgegangen. Es war der achte Monat in Folge mit einem Rückgang.

Unter den Blue Chips halten sich die Aktien von SGS (-0,2%), Actelion und Syngenta (-0,5) besser als der Gesamtmarkt. Actelion profitiert dabei von der Zulassung seines Mittels Uptravi in Neuseeland und Australien. Der Versicherer Bâloise (-0,8%) hält sich ebenfalls besser. Das Unternehmen ist der einzige Blue Chip, der an diesem Morgen Zahlen vorgelegt hatte. Sie werden unterschiedlich bewertet. Einige Investoren monieren vor allem die nicht erhöhte Dividende.

Meyer Burger mit Kurssturz

Das Hauptgeschehen findet an diesem Tag aber im breiten Markt statt. Besonders deutlich strafen die Investoren den Solarzulieferer Meyer Burger (-11,5%) ab, der die Analystenerwartungen verfehlt hat. Nach Zahlen im Minus sind zudem die Anteilsscheine vom Mischkonzern Conzzeta (-1,2%) und Siegfried (-0,3%). Noch nicht gehandelt sind dagegen die Papiere der auf Glasverpackungen spezialisierten Vetropack und von Lastminute.com.

Das Gegenstück bilden unter anderem die Aktien der Partners Group (+2,7%) nach guten Jahreszahlen. Auch die Aktien von Orell Füssli (+4,4%) können sich dem negativen Trend entziehen. Die Industrie- und Handelsgruppe hat im Geschäftsjahr 2015 bei sinkendem Umsatz den Gewinn deutlich gesteigert.

Ein Thema zum Handelsstart ist auch der weiterhin schwelende Konflikt beim Airline-Caterer Gategroup (-1,9%). Am Vorabend hatten die oppositionellen Hedgefunds RBR Capital Advisors und Cologny Advisors nämlich ihre Forderungen in einem offenen Brief bekräftigt und damit das Kompromissangebot der Konzernleitung ausgeschlagen.

(AWP)