Viele Firmen schrecken bei Industrie 4.0 vor Kosten zurück

Wunsch und Wirklichkeit klaffen bei Industrie 4.0 auseinander. Viele Betriebe können von sogenannten intelligenten Fabriken und der Vernetzung von Produkten untereinander nicht so profitieren wie sie wollen.
13.10.2016 12:48
In einem japanischen Nespresso-Shop verkauft ein Roboter Kaffee.
In einem japanischen Nespresso-Shop verkauft ein Roboter Kaffee.
Bild: www.nestle.com

Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens E&Y (Ernst & Young) hervor. Demnach halten acht von zehn deutschen Firmen das Thema für strategisch wichtig und ebenso viele erwarten, dass die Bedeutung in den nächsten fünf Jahren weiter zunimmt. Aber insgesamt nutzten nur gut vier von zehn Industrie-Unternehmen Industrie-4.0-Anwendungen.

"Die Unternehmen haben vor allem mit hohen Kosten und dem leergefegten Arbeitsmarkt zu kämpfen", heißt es in der Studie. Rund 66 Prozent nennen hohe Investitionen und 61 Prozent den Fachkräftemangel als größte Hindernisse für den verstärkten Einsatz von Industrie 4.0. "Gerade bei kleineren und mittelgroßen Betrieben ist die Einstiegshürde nach wie vor sehr hoch", sagte EY-Partner Christoph Kilger. "Sie haben oft nicht das nötige Geld oder die nötigen Leute, um ihre Produktion intelligenter zu machen." Für sie könne es oft effektiver sein, sich Unterstützung von Dritten zu holen.

Die Umfrage unter rund 700 Industrie- und IT-Firmen zeigt auch, dass das Thema bei dem einen oder anderen für Ernüchterung gesorgt hat. Manche Betriebe mussten demnach feststellen, dass die "intelligente Fabrik und die Vernetzung nicht überall gleich gut funktionieren". Dies gelte etwa für den Einsatz mobiler Endgeräte wie Tablets in Produktion und Logistik. Sahen vor einem Jahr noch 24 Prozent der Unternehmen großes Potenzial darin, sind es in diesem Jahr nur noch 19 Prozent.

(Reuters)