Vincenz: «Wir sind schon voll am Üben»

Der abtretende Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz zeigt sich ob des Rekordergebnisses seiner Gruppe im ersten Halbjahr rundum zufrieden. Und er äussert sich im Video-Interview zur Übergabe an seinen Nachfolger.
12.08.2015 12:47
Von Ivo Ruch
Pierin Vincenz ist nur noch bis Ende September CEO der Raiffeisen-Gruppe.
Bild: cash

Die Raiffeisen-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2015 das Geschäftsvolumen weiter ausgeweitet und auch deutlich mehr verdient. Für das Gesamtjahr erwartet sie einen Gewinn auf Höhe Vorjahr. "Wir konnten die Marke von 200 Milliarden Kundenvermögen knacken. Es ist rundum ein schönes Rekord-Halbjahresresultat", sagt CEO Pierin Vincenz im Video-Interview.

Zwar habe sich das Wachstum im Hypothekarbereich etwas abgeschwächt, aber die Positionierung der Gruppe sei nach wie vor stark, so Vincenz. "Die Nachfrage war nicht mehr ganz so gross wie in den Jahren zuvor. Irgendwann gibt es auch eine Sättigung." Das Volumen der Hypothekarforderungen avancierte gegenüber Ende 2014 um 2,5 Prozent auf 154,6 Milliarden Franken.

In die weitere Zukunft schaut die Ostschweizer Gruppe "vorsichtig optimistisch". Der Druck auf die Erträge steige aufgrund der unverändert anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter. Unter der Annahme, dass keine weiteren grösseren makroökonomischen Ereignisse erfolgen, sei ein Jahresergebnis in der Nähe des Vorjahreswertes zu erwarten.

Mehr Unternehmertum in die Banken

Auch der Prozess zur bevorstehenden Amtsübergabe an Patrick Gisel sei auf gutem Weg und bereits weit gediehen. Der Prozess sei vor über zwei Jahren eingeleitet worden und Patrick Gisel sei schon im Schuss, so Vincenz. Formell wird der Übergang Ende September stattfinden. "Aber praktisch sind wir schon voll am Üben und es funktioniert sehr gut", sagt Vincenz. Er wird anschliessend Präsident des Verwaltungsrates bei der Versicherung Helvetia, dessen Mitglied er bereits seit 2000 ist.

Zu den aktuellen Herausforderungen für den Finanzplatz Schweiz gehört laut Vincenz, die hiesige Position im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft zu stärken. Weitere Schwierigkeiten sieht er bei den Regulierungen und bei der Digitalisierung des Bankengeschäfts. "Am Schluss müssen wir wieder Unternehmertum in die Banken bringen", sagt der scheidende Raiffeisen-Chef.

(mit Material von AWP)