Volatilität - Neue Anleihen-Turbulenzen in Sicht

Die Volatilität im Anleihemarkt steht kurz vor einem Comeback. Das ist zumindest die grosse Wette eines Bond-Händlers.
15.07.2017 10:30
Trader an der Wall Street: Werden die Zeiten bald ungemütlich?
Trader an der Wall Street: Werden die Zeiten bald ungemütlich?
Bild: Bloomberg

Ein Anleihen-Hänlder wettet auf eine deutliche Zunahme der Volatilität, gemessen an der Aktivität am Optionsmarkt. Sie signalisiert die Überzeugung, dass Treasuries in den nächsten zwei Wochen entweder stark steigen oder sehr hart fallen werden.

Der Erfolg dieser Wette, die für eine Optionsstrategie mit einem ungewöhnlich hohen Einsatz erfolgt, ist nicht an die Richtung der Renditen gebunden. Stattdessen hängt das Ergebnis davon ab, dass es wieder zu der Art von Turbulenzen kommt, die es schon seit Monaten nicht mehr gegeben hat.

Am Dienstag platzierte jemand gleichzeitig eine Position über 10 Mio. Dollar im Kauf von aus dem Geld Put- und Call-Optionen auf zehnjährige Treasury-Futures, was gemeinhin als Strangle bezeichnet wird, zeigen Daten von Bloomberg und eine Beobachtung der Handelsniveaus. Der Markt wurde auf die Position aufmerksam, da Kontrakte im Block von rund 63.500 Stück gehandelt wurden, zeigen Daten der CME Group. Ein Strangle in dieser Grössenordnung kommt selten vor und ist womöglich sogar einmalig, sagen Zinshändler, die mit dem Markt vertraut sind.

Warten auf die magische Schwelle

Die Position verfällt bereits am 21. Juli und sieht nach der Reaktion auf die Anhörung der Fed-Chefin Janet Yellen am Mittwoch bereits vielversprechend aus. Allerdings sind nur kleine Bewegungen nicht ausreichend. Um nur die Prämie wieder zu verdienen, müssten die zehnjährige Rendite um rund 10 Basispunkte steigen oder fallen, ausgehend von einem Niveau bei 2,38 Prozent, zeigen Daten von Bloomberg.

Sobald diese Schwelle überschritten ist, gibt es kein Limit auf den Gewinn. Dieser liegt bei rund 50 Mio. Dollar pro 25 Basispunkte Bewegung, was ausgehend vom Startniveau die Hochs und Tiefs dieses Jahres ins Spiel bringt.

Der Kalender hält über die nächsten Tage diverse Möglichkeiten bereit, die für steigende Volatilität sorgen könnten. Vom politischen Drama in Washington abgesehen, findet am Tag vor der Fälligkeit der Position die nächste EZB-Sitzung statt.

Mit der Position stellt sich der Händler auch gegen den allgemeinen Markttrend. Der "Merrill Lynch Option Volatility Estimate", auch bekannt als MOVE Index, der aus OTC-Optionen auf Treasuries mit Laufzeiten zwischen zwei und 30 Jahren berechnet wird, handelt per Mittwoch auf einem Allzeit-Tief.

(Bloomberg)