Von Roll: Weniger Aufträge, weniger Umsatz, Verlust etwas eingedämmt

Die in schwieriger Lage steckende Industriegruppe Von Roll hat im ersten Halbjahr weniger Umsatz erzielt und weniger Aufträge gesammelt. Der Verlust konnte aber etwas eingedämmt werden.
25.08.2016 08:22
Von-Roll-CEO Achim Klotz.
Von-Roll-CEO Achim Klotz.
Bild: ZVG

Von Roll hat im ersten Halbjahr einen Rückgang des Umsatzes um 7,9% auf 174,1 Mio CHF und des Auftragseingangs um 9,7% auf 72,4 Mio verzeichnet. In den relevanten Marktsegmenten habe sich keine markante Änderung im Vergleich zum Vorjahr ergeben, teilt das Unternehmen am Donnerstag mit.

Der Verlust auf Stufe EBIT reduzierte sich um rund 18% auf 5,4 Mio CHF. Trotz des Rückgangs, liege das Resultat weit hinter den Erwartungen, so Von Roll. Das negative Ergebnis sei auf rezessive Märkte und auf die tiefen Umsätze zurückzuführen. Das Reinergebnis blieb ebenfalls im negativen Bereich, es resultierte ein Minus von 11,1 Mio, nach 15,9 Mio im Vorjahr.

Die eingeleiteten Massnahmen der Transformation, wie die Konsolidierung der Werke und die Einführung neuer Produkte, hätten indes bereits erste Erfolge gezeigt. So sei der Bruttogewinn trotz der rückläufigen Umsätze auf 11,1% gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert worden, ebenso die Bruttomarge, welche um 340 Basispunkte auf 19,7% zulegte. Die im Vorjahr lancierten und bereits realisierten Kostenreduktionsprogramme hätten wie geplant zu Einsparungen geführt, heisst es dazu.

Ziele bestätigt

Die Halbjahresergebnisse würden zeigen, dass es zur Verbesserung des operativen Geschäfts noch viel zu tun gebe. Die Transformation und die Ausrichtung auf neue Wachstumssegmente, wie z.B. die Elektromobilität und die Windenergie, sowie die Anpassung der Kapazitäten seien noch nicht abgeschlossen.

Erst im vergangenen Juli hatte das Unternehmen einen weiteren von den in den vergangenen Jahren zahlreichen Reorganisierungsschritten angekündigt. Man wolle sich auf das Kerngeschäft der Elektroisolation und auf Zukunftsmärkte wie etwa die Elektromobilität konzentrieren, hiess es. Darum würden Werke modernisiert und Investitionen getätigt. Gleichzeitig werden aber auch Abläufe gestrafft, die Organisation verschlankt und die globale Führungsstruktur vereinfacht.

Von Roll bestätigt in der aktuellen Mitteilung die im Juli formulierten Ziele. So sollen die jährlichen Fixkosten um 18 Mio CHF reduziert werden, was ab 2017 wirksam sein dürfte. In diesem Zusammenhang ist geplant, bis zu 160 Stellen abzubauen, davon rund 50 in der Schweiz. Für das zweite Semester 2016 sind bereits Einsparungen von 4 Mio CHF geplant, welchen allerdings ein Restrukturierungsaufwand von 8 Mio gegenübersteht.

Ablöse von Anleihe gesichert

Von Roll hatte bereits im August des Vorjahres angekündigt, dass die Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung der Hochspannungselektrik für Generatoren und Motoren reduziert werden soll. Man wolle sich strategisch neu zu einem markt- und kundenorientierten Unternehmen mit Fokus auf Wachstumsmärkte ausrichten, hiess es vor einem Jahr.

Zu den Erwartungen für das Gesamtjahr 2016 macht das Unternehmen keine konkreten Angaben. Die Refinanzierung der im Oktober 2016 zur Ablösung fälligen Anleihe sei gesichert, heisst es lediglich.

(AWP)