Vontobel-CEO im Steuerstreit mit Deutschland gelassen

Der CEO der Bank Vontobel, Zeno Staub, gibt sich zur Auseinandersetzung mit den Behörden in Deutschland wegen unversteuerter Kundengelder gelassen.
22.12.2016 08:29
Zeno Staub, CEO der Bank Vontobel.
Zeno Staub, CEO der Bank Vontobel.
Bild: ZVG

Die Bank Vontobel sei eines von rund zwei Dutzend Instituten, die mit den deutschen Behörden im Gespräche seien, sagte Staub in einem Interview mit dem "Tages-Anzeiger" vom Donnerstag. Die Bank unterstützte ihre Kunden seit langem dabei, ihr Vermögen bei den Steuerbehörden anzumelden.

"Keiner unserer Kunden war je auf einer Steuer-CD, alle haben sich selbst bei den Behörden gemeldet", betonte Staub. Nun gehe Deutschland die Kunden an und leite daraus einen Anspruch auf vergangene Gewinne ab. Nicht kommentieren wollte Staub im Interview die Affäre um den FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeness: "Wir sprechen nicht über tatsächliche oder kolportierte vermutete Kundenbeziehungen."

Bedeckt gab sich Staub zu weiteren möglichen Firmenkäufen. "Wir wollen selbst so stark wachsen, dass wir nicht durch Zukäufe zulegen müssen, aber können." In den letzten fünf Jahren sei das Vontobel gelungen.

Die von der Raiffeisen im Sommer übernommene Asset Management-Gesellschaft Vescore passt laut Staub zum Geschäftsmodell von Vontobel und bedeute eine "gute Chance". Vescore habe Stärken bei computergestützten, sogenannt quantitativen Anlagen und kenne sich bei nachhaltigen Anlagerprodukten aus. Das Geschäft mit professionellen Investoren brauche aber Zeit, räumte Staub ein. "Vescore soll im Jahr 2018 wieder Gewinne schreiben."

Dass Raiffeisen mit Vontobel als Partner das Anlagegeschäft vorantreiben wolle, "freue" ihn, sagte Staub zu der in der Vergangenheit wechselhaften Partnerschaft mit der Genossenschaftsbank. Raiffeisen wolle in dem Bereich wachsen, zeigte sich Staub überzeugt. In den ersten neun Monaten des Jahres seien Vontobel bereits rund 300 Mio CHF Neugeld aus der Partnerschaft zugeflossen, bekräftigte er entsprechende Angaben vom Oktober.

(AWP)