Vor dem Zwischenbericht - Steht Julius Bär vor einem Übergangsjahr?

Schlechte Neuigkeiten für Julius Bär, und das nur Tage vor dem traditionellen Vier-Monate-Zwischenbericht: Ein UBS-Analyst urteilt kritisch über die Privatbank. Dies setzt der Aktie ziemlich zu.
20.05.2019 16:01
Von Lorenz Burkhalter
Der Eingang zu Julius Bär in Luzern.
Der Eingang zu Julius Bär in Luzern.
Bild: cash

Am kommenden Freitag legt Julius Bär den Zwischenbericht für die ersten vier Monate vor. Verhält es sich wie bei den beiden Rivalen UBS und Credit Suisse, dürfte auch die dritte Schweizer Grossbank mit einem eher durchwachsenen Zahlenkranz aufwarten.

Für Nervosität sorgt nun ausgerechnet der für die UBS tätige Bankenanalyst. Er warnt davor, dass die Ertragsflaute bei Julius Bär länger als ursprünglich angenommen dauern könnte und sieht 2019 zu einem Übergangsjahr für das Unternehmen werden. Auch beim Neugeldwachstum rechnet der UBS-Analyst mit einer Verlangsamung auf 3,6 Prozent. Das wiederum würde unter der jährlichen Zielbandbreite von 4 bis 6 Prozent für das Neugeldwachstum liegen.

Abstieg aus dem SMI belastet

Deshalb stuft er die Julius-Bär-Aktie nur wenige Tage vor der Veröffentlichung des Zwischenberichts von "Buy" auf "Neutral" herunter und kürzt seine Gewinnschätzungen um bis zu 11 Prozent. Neuerdings lautet das 12-Monats-Kursziel noch 45 (zuvor 46,10) Franken.

Kursverlauf der Julius-Bär-Aktie (rot) im 12-Monats-Vergleich mit dem Verlauf des SMI (grün) (Quelle: www.cash.ch)

Noch vor wenigen Wochen kostete die Aktie gut 50 Franken. Zu diesem Zeitpunkt führte sie die diesjährige Gewinnerliste bei den Titeln aus dem Swiss Market Index (SMI) mit einem Kursplus von fast 43 Prozent an.

Nicht zuletzt weil die Aktie im wichtigsten Index der Schweizer Börse der ehemaligen Novartis-Tochter Alcon Platz machen musste (cash berichtete), ist sie seither etwas zurückgefallen. Am Freitag bei Börsenschluss notierte sie noch um gut 26 Prozent über dem Stand von Ende Dezember.

Gewinnerwartungen der Analysten noch immer zu hoch

An der Schweizer Börse SIX verliert die Aktie von Julius Bär nun weitere 5,1 Prozent auf 42,01 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 41,80 Franken.

Und das aus gutem Grund: Denn dass die diesjährigen Gewinnschätzungen des UBS-Analysten für Julius Bär gut 10 Prozent unter dem momentanen Durchschnitt seiner anderen Berufskollegen liegt, lässt auf zu hohe Markterwartungen schliessen.

Nach der Herunterstufung durch die UBS wird die Julius-Bär-Aktie nur noch von den beiden US-Investmentbanken J.P. Morgan und Merrill Lynch zum Kauf empfohlen. Statistiken der Nachrichtenagentur AWP zufolge wird die Aktie ansonsten mehrheitlich neutral eingeschätzt. Ob zu Recht oder nicht, das dürfte nicht zuletzt der Zwischenbericht vom kommenden Freitag verraten.

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