Vor der Generalversammlung - Kritik an Manager-Boni bei Credit Suisse wächst

Die Kritik an den Bonuszahlungen für die Topmanager der Credit Suisse nimmt zu. Auch die einflussreiche amerikanische Stimmrechtsberater ISS spricht sich gegen die variable Vergütung der Geschäftsleitung aus.
11.04.2017 19:05
Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident Credit Suisse, wird an der Generalversammlung einigen Erklärungsbedarf haben.
Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident Credit Suisse, wird an der Generalversammlung einigen Erklärungsbedarf haben.
Bild: Bloomberg

Ebenso sollen die Aktionäre auf der Generalversammlung am 28. April den Lohn des Verwaltungsrats und den Vergütungsbericht insgesamt ablehnen, wie dem Bericht von ISS am Dienstag zu entnehmen ist.

"Es bestehen Bedenken im Hinblick auf die Vergütung", erklärt ISS. "Trotz des zweiten Verlusts in Folge bleibt das Niveau der variablen Gehälter der Geschäftsleitung hoch." Das reflektiere den 5,3 Milliarden Dollar teuren Vergleich über unsaubere Geschäfte im US-Hypothekenmarkt nicht angemessen, monieren die Stimmrechtsberater.

Auch gegen die vom Verwaltungsrat vorgeschlagene Anhebung der maximalen Gehaltssumme für die Mitglieder des Gremiums auf 12,5 Millionen Franken stellt sich ISS. Die Vergütung des Verwaltungsrats gehöre bereits zu den höchsten der Schweizer Bluechips-Unternehmen, wie es heisst. Zudem würde die Summe künftig unter weniger Mitgliedern aufgeteilt.

Bereits drei ablehnende Empfehlungen

Vor ISS hatten bereits der US-Aktionärsberater Glass Lewis und den Gehaltsvorschlägen der Credit Suisse eine Absage erteilt. Vor allem angelsächsische Fonds folgen den Empfehlungen von ISS und Glass Lewis für gewöhnlich. Auch die in der Schweizer Finanzwelt einflussreiche Ethos-Stiftung stellt sich gegen die Gehaltsforderungen und empfiehlt darüber hinaus, die Wiederwahl von Präsident Urs Rohner und seines Stellvertreters Richard Thornburgh abzulehnen.

Eine Credit-Suisse-Sprecherin erklärte, die Bank nehme die Empfehlungen zur Kenntnis. Das Institut wies im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von 2,7 Milliarden Franken aus. Zudem ist die Credit Suisse in einen neuen, europaweiten Steuerskandal verwickelt.

(Reuters)