Vorbild Warren Buffett - Chinesischer Buffett-Fan erzielt Traumrendite

Einer der Aktienfonds von Yang Yong mit den grössen chinesischen Konzernen ist im Laufe eines Jahres um 304 Prozent gestiegen. Der Fondsmanager sagt, das sei ein Zeichen dafür, wie weit der Markt inzwischen gekommen ist.
18.11.2017 08:33
Am Wangfujing-Nachtmarkt in Peking.
Am Wangfujing-Nachtmarkt in Peking.
Bild: cash

Der Yu Shan Xun Niu No. 1 verzeichnete eine der besten Entwicklungen auf dem 1,6 Billionen Dollar schweren chinesischen Privatfonds-Markt. Dabei hatte er lediglich die Aktien von nicht mehr als zehn Branchenriesen gekauft.

Ein besonders glückliches Händchen bewies Yang Yong mit Investments in die in Hongkong notierten Entwickler Sunac China Holdings und China Evergrande Group, die heissesten Aktien Asiens in den vergangenen 12 Monaten. Hinzu kamen Zugewinne mit Konsumtiteln wie Kweichow Moutai, Chinas grösstem Spirituosenhersteller.

Weniger strenge Vorschriften

Investoren, die in chinesische Privatfonds investieren wollen, müssen mindestens 1 Million Yuan anlegen und über ein Nettovermögen von mindestens 10 Millionen Yuan verfügen. Die Fonds haben weniger strenge Anlagevorschiften als klassische Publikumsfonds und unterliegen weniger Offenlegungsvorschriften.

Für Yang ist China zu einem erstklassigen Markt für Investments in qualitativ hochwertige und auf Konsumenten ausgerichtete Unternehmen geworden, die in der Lage sind, über lange Zeiträume nachhaltige Gewinne zu erzielen. Der Warren-Buffett-Fan sagt, die stetige Rally dieses Jahr- angetrieben von seinen grössten Aktien - belege, wie sich der Markt seit seinem berüchtigten Boom-And-Bust-Zyklus 2015 weiterentwickelt hat.

"Die Gewinne sind jetzt rational", sagt der 37-jährige Gründer von Shenzhen Qianhai Yunxi Fund Management. Die Firma verwaltet rund 700 Millionen Yuan, das wären etwa 100 Millionen Franken. "Der Markt wird immer mehr zu einem rationalen Markt, wie die USA."

Starke China-Aktien

Die chinesischen Aktien vom Festland über Hongkong bis in die USA sind in diesem Jahr aufgrund starker Gewinnzahlen und Konjunkturdaten gestiegen. Aber die Entwicklung hat sich in verschiedene Richtungen bewegt - mit einem Index für kleine Aktien, der gegenüber einem Massstab für grosse Titel in der Nähe des niedrigsten Werts seit 2015 gehandelt wird.

Yang verweist auf Kweichow Moutai und Jiangsu Hengrui Medicine, den grössten Pharmakonzern des Landes nach Marktwert, als Beispiele, um seine Vorliebe für Large-Cap- und konsumorientierte Aktien zu verdeutlichen. Beide sind in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 84 Prozent gestiegen. 

Es gibt auch kritische Stimmen

Einige Investoren sagen allerdings, der Anstieg der Konsum- und anderer defensiver Aktien sei ein Anzeichen für die Vorsicht, die Chinas Aktienmärkte in diesen Tagen durchdringt.

Ein grösserer Faktor in Yangs Erfolg war jedoch die unvergleichliche Entwicklung von Sunac und China Evergrande, die in den letzten 12 Monaten jeweils um mindestens 490 Prozent nach oben geschnellt sind sind. Das sind die besten Erträge innerhalb des MSCI Asia Pacific Index. 

Wem diese Gewinne nicht ganz so rational erscheinen, dem sagt Yang, dass seine Investmentidee durchaus solide war: Er kaufte die Aktien aufgrund von Wetten, dass niedrigere Bewertungen in Hongkong chinesische Zuflüsse anziehen würden.

Titel sind nicht mehr billig

Yang räumt ein, dass viele der Aktien, die er hält - und er ziert sich, einige von ihnen beim Namen zu nennen - nicht mehr billig sind. Doch die Titel des Landes werden seiner Meinung nach ihren langsamen Bullen-Lauf zumindest bis zur ersten Jahreshälfte 2018 fortsetzen. Begrenzungen bei anderen Anlageklassen, wie beispielsweise die Schritte zur Abkühlung des Immobilienmarktes, werden Geld in den Aktienmarkt umleiten, sagt er.

"Wenn diese Aktien nicht gut abschneiden, werden es andere auch nicht", sagt Yang auf die Frage zum Risiko, dass so viele seiner Positionen auf einige wenige Sektoren konzentriert sind. "Würden Sie Buffett fragen, ob er sich Sorgen macht, dass Konsumaktien nicht steigen werden?" Er erwähnte den US-Milliardär gleich sechs Mal in einer halben Stunde.

(Bloomberg)