Vorsichtige Anleger an der Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch leicht zugelegt. Trotz Spekulationen auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der grossen Notenbanken griffen die Anleger Händlern zufolge aber nur zaghaft zu.
07.09.2016 17:40
Auch am Mittwoch will niccht so richtig Bewegung in die Aktienkurse kommen.
Auch am Mittwoch will niccht so richtig Bewegung in die Aktienkurse kommen.
Bild: Bloomberg

Vor dem Konjunkturbericht "Beige Book" der US-Notenbank, der nach Börsenschluss in Europa veröffentlicht wird, und der EZB-Ratssitzung am Donnerstag trauten sie sich nicht recht aus der Deckung. Die Umsätze waren einmal mehr dünn.

Der SMI legt bis Handelsschluss 0,2 Prozent auf 8321 Punkte zu. Händler hoffen, dass der Leitindex in nächster Zeit aus der seit Monaten gesehenen Seitwärtsbewegung ausbrechen kann. Seit dem Frühjahr pendelt der SMI zwischen 7800 bis 8300 Punkten auf und ab.

Vom "Beige Book" der Fed erhoffen sich die Anleger Hinweise auf den Zeitpunkt einer Zinserhöhung in den USA, die von vielen Marktteilnehmern noch in diesem Jahr erwartet wird. Am Donnerstag berät die Europäische Zentralbank (EZB) turnusmässig über die Geldpolitik. Mehrheitlich wird zwar keine Zinsänderung erwartet. Einige Experten rechnen aber mit einer Verlängerung des billionenschweren Anleihen-Kaufprogramms über März 2017 hinaus. Zudem gibt es Spekulationen, dass die EZB den Kauf europäischer Aktien ankündigen könnte.

Die britische Notenbank ist laut Gouverneur Mark Carney zum weiteren Ankurbeln der Wirtschaft bereit. Das Wachstumstempo habe sich seit der Zeit vor dem Anti-EU-Referendum vom 23. Juni in etwa halbiert. Die Schweizerische Nationalbank dürfte laut Analysten die Geldschleusen ebenfalls offen halten und nicht am Leitzins rütteln.

Zykliker gefragt

Mit Ausnahme der Pharmawerte Roche und Actelion sowie den Aktien des Telekomunternehmens Swisscom tendieren die Bluechips fester.

Gefragt waren zyklische Werte wie die Titel des Zementkonzerns Lafarge-Holcim, des Aromen- und Riechstoffproduzenten Givaudan und des Personalvermittlers Adecco. Die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch schüttelten im Handelsverlauf Zurückstufungen durch Barclays ab und steigen um 0,3 beziehungsweise 0,8 Prozent.

Die Aktien von ABB ziehen 0,2 Prozent an. Der Chef des Grossaktionärs Investor AB, Johan Forsell, unterstützt einem Bericht der Zeitung "Dagens Industri" zufolge eine Abspaltung des ABB-Energiegeschäfts. Bislang habe sich Investor-AB-Präsident Jacob Wallenberg jedoch dagegen gesträubt, die Sache der ABB-Führung vorzulegen. ABB hat für Anfang Oktober einen Investorentag anberaumt. "Spätestens dann dürften wir etwas dazu hören", sagt ein Händler.

Die Nestlé-Aktien notieren mit 79,20 Franken gehalten. Bernstein hat die Analyse des Lebensmittelkonzerns mit der Empfehlung "Market Perform" aufgenommen und ein Kursziel von 80 Franken genannt.

Bei den Grossbanken notieren die Anteile der Credit Suisse um 1,6 Prozent fester. Die UBS-Aktien ziehen 0,1 Prozent an. Versicherungstitel gehören ebenfalls zu den Kursgewinnern. Zurich und Swiss Re steigen um je ein halbes Prozent.

Gewinnmitnahmen setzen Dorma+Kaba zu

Am breiten Markt kamen die Aktien von Dorma+Kaba nach der Jahresbilanz 2015/16 unter Abgabedruck und fallen um 7,5 Prozent. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen. "Die Aktie befindet sich unweit ihres Rekordhochs, da sitzt der Finger halt locker am Verkaufsknopf." Die Schliesstechnikfirma verbesserte zwar die operative Marge (Ebitda). Wegen Integrationskosten stand unter dem Strich mit 117,2 Millionen Franken jedoch um mehr als ein Drittel weniger Gewinn. Das Ergebnis liege unter den Erwartungen, sagen Händler, die mit rund 130 Millionen Franken gerechnet hatten. Die Aktionäre sollen mit zwölf Franken je Aktie gleich viel erhalten wie vergangenes Jahr.

Nach einem achterbahnartigen Verlauf notieren die Aktien des Pharmaunternehmens Basilea und der Derivatboutique Leonteq deutlich im Plus.

(Reuters)