Vorsichtiger Ausblick - Uneinheitliches Halbjahr für Coltene

Für den Dentalbedarfs-Hersteller Coltene ist das erste Halbjahr uneinheitlich verlaufen.
04.08.2017 07:14
Werkzeuge in einer Zahnarztpraxis.
Werkzeuge in einer Zahnarztpraxis.
Bild: pixabay.com

Sowohl Umsatz als auch EBIT sind gestiegen, während der Reingewinn durch ein währungsbedingt belastetes Finanzergebnis schwächer ausgefallen ist. Die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten hat Coltene nur teilweise getroffen. Beim Ausblick klingt das Unternehmen etwas zurückhaltender als zuletzt. Der Umsatz liegt mit 78,0 Mio CHF in der Berichtswährung um 3,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Die seit April voll konsolidierte Diatech steuerte hierzu einen Anteil von 0,6 Mio CHF bei, heisst es in der Medienmitteilung vom Freitag.

Umsatzanstieg in allen Regionen

Gestiegen sind die Umsätze der Gruppe in allen vier grossen Weltregionen. In Asien steigerte Coltene die Umsätze im ersten Halbjahr gegenüber der Vorjahresperiode um 8,2 Prozent. Die Abverkäufe entwickelten sich vor allem in den wichtigen Zukunftsmärkten Indien und China erfreulich, wie es heisst. Aber auch die im Vorjahr gegründete Gruppengesellschaft in Japan habe sich erfreulich entwickelt.

In der Region EMEA (Europa, Mittlere Osten und Afrika) stiegen die Verkäufe um 1,2 Prozent an. Dabei wiesen die einzelnen Märkte unterschiedliche Resultate aus. In Nordamerika wurden die Verkäufe wegen des vereinbarten Lagerabbaus mit den Händlern um 1,5 Prozent gesteigert.

In Lateinamerika stiegen die Abverkäufe, angeführt von einer erfreulichen Umsatzentwicklung der brasilianischen Tochtergesellschaft, um 11,8 Prozent an. In Brasilien zahle es sich weiter aus, dass die Führungsstruktur und Prozessabläufe vereinfacht wurden. So bestätigte die brasilianische Gruppengesellschaft laut Mitteilung die 2016 erreichte Umsatztrendwende.

Durchwachsene Gewinnentwicklung

Auf Gewinnseite weist Coltene einen EBIT in Höhe von 9,59 Mio CHF aus und damit 6,2 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2016. Das Unternehmen führt dies auf den Einsatz moderner Produktionsmittel und effizienter Marketinginstrumente zurück. Die EBIT-Marge verbesserte sich damit im traditionell schwächeren ersten Halbjahr auf 12,3 Prozent nach 11,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Coltene sieht darin die effiziente Organisation der Gruppe untermauert.

Der Reingewinn sackte dagegen um 16 Prozent auf 6,03 Mio CHF ab. Diesen deutlichen Rückgang begründet Coltene mit einem währungsbedingt belasteten Finanzergebnis und höheren Steuern. Derweil hat sich der Free Cashflow im Berichtszeitraum auf knapp 5,0 Mio CHF mehr als verdoppelt.

Mit den vorgelegten Zahlen hat das Unternehmen beim Umsatz und EBIT den AWP-Konsens getroffen, beim Reingewinn hingegen klar verfehlt.

Ausblick bedingt bestätigt

Beim Ausblick hält das Unternehmen zwar grundsätzlich an den Zielen fest, weiter zu wachsen, die Formulierungen sind allerdings etwas bedachter. "Insgesamt beabsichtigt die Gruppe, an der erwarteten positiven Entwicklung des Markts teilzuhaben und die EBIT-Marge nachhaltig auf 15 Prozent des Nettoumsatzes zu steigern", heisst es in der Mitteilung. Zuvor hatte Coltene noch das Ziel, den Umsatz über dem Marktdurchschnitt zu steigern.

Gleichzeitig betont das Unternehmen, mit der fortgesetzten Umsetzung der Strategieziele 2016-2018 solle das Wachstum der Gruppe beschleunigt werden. Zudem wolle man neue Chancen am Markt nutzen, die sich aus der digitalen Transformation in der Zahnheilkunde eröffnen.

(AWP)