VW-Produktionsausfall kann Konjunktur zeitweise dämpfen

Der Streit zwischen Volkswagen und zwei Zulieferern belastet womöglich auch die deutsche Konjunktur.
22.08.2016 11:53
Ein VW im Schussfahrt - anders als die Fliessbänder in der Fabrik, die stehen still.
Ein VW im Schussfahrt - anders als die Fliessbänder in der Fabrik, die stehen still.
Bild: ZVG

"Es kann durchaus sein, dass im dritten Quartal 0,1 oder 0,2 Prozentpunkte Wachstum fehlen", sagte der Europa-Chefökonom der Nordea Bank, Holger Sandte, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Anders als beim Dieselskandal könne der Produktionsausfall durchaus Spuren im Konjunkturverlauf hinterlassen. Sichtbar werden dürfte dies vor allem im August in der Industrieproduktion, an der die Autoherstellung ein großes Gewicht habe. "Dann kommt alles darauf an, wie lange der Disput dauert und wie schnell der Produktionsverlust aufgeholt werden kann", sagte Sandte.

Ähnlich bewertet der Deutschland-Chefökonom von UniCredit, Andreas Rees, die Folgen der Auseinandersetzung für die Konjunktur. "Das kann eine kleine Delle in der Industrieproduktion hinterlassen", sagte Rees. "Allerdings dürfte das nur ein temporärer Effekt sein und kein dauerhafter." Werde der Streit rasch beigelegt, könnten die Produktionsrückstände bei VW im September oder spätestens im Oktober aufgeholt werden.

Wegen des Streits mit zwei Lieferanten sind bei VW in dieser Woche fast 30.000 Beschäftigte in sechs Werken von Produktionsunterbrechungen betroffen. Die beiden Zulieferer Car Trim und ES Automobilguss hatten die Lieferung von Bauteilen eingestellt. Hintergrund ist ein Streit wegen eines von VW gekündigten Auftrags.

(Reuters)