Wachstumsaussichten - Spanien hui, Italien pfui

Spanien und Italien marschieren dieses Jahr wirtschaftlich voraussichtlich in unterschiedliche Richtungen.
05.07.2016 11:33

Während die Regierung in Madrid eine Erhöhung der Wachstumsprognose für 2016 ankündigte, stehen die Zeichen in Rom auf Konjunkturabkühlung. Spaniens geschäftsführender Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte am Dienstag, das bislang veranschlagte Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2,7 Prozent sei zu niedrig angesetzt. Bis zum Monatsende werde die Zahl nach oben korrigiert. Zugleich brachte er Spanien als Standort für Finanzdienstleister oder europäische Agenturen ins Spiel, die ihren Sitz nach dem Brexit-Votum von London in andere EU-Städte außerhalb Großbritanniens verlegen möchten.

In Italien befürchtet das Statistikamt Istat unterdessen eine Eintrübung der wirtschaftlichen Aussichten, wobei die Folgen des EU-Austrittsvotums der Briten auf die Konjunktur in dem Mittelmeerland noch gar nicht eingerechnet sind. Die Experten in Rom gehen davon aus, dass ihre im Mai bereits auf 1,1 Prozent nach unten korrigierte BIP-Prognose für das Gesamtjahr noch zu hoch gegriffen sein dürfte. Als Gründe führen sie die relativ schwachen Konsumausgaben und das angeknackste Verbrauchervertrauen ins Feld.

(Reuters)