Währungen - Dollar so schwach wie zuletzt vor zwei Jahren

Der Dollar ist gegenüber dem Schweizer Franken auf den tiefsten Stand seit August 2015 gefallen. Auch zum Euro und zum chinesischen Yuan ist der «Greenback» weiter auf Talfahrt.
08.09.2017 10:11
Zahlreiche Währungen sind derzeit begehrter als der Dollar.
Zahlreiche Währungen sind derzeit begehrter als der Dollar.
Bild: Pixabay

Der Dollar-Franken-Kurs ist am Freitagmorgen auf 0,942 gefallen. Das Devisenpaar notierte zuletzt im August 2015 auf diesem Stand. Auch gegenüber dem Euro wird der Dollar im schwächer. Seit Jahresbeginn hat der "Greenback" bereits mehr als 14 Prozent verloren und notiert zur Gemeinschaftswährung mittlerweile so tief wie noch im Januar 2017.

Hintergrund dieser jüngsten Dollar-Schwäche dürften die Aussagen der Europäischen Zentralbank am Donnerstag nach der Zinssitzung gewesen sein. Sie gaben dem Euro Auftrieb und brachten damit den US-Dollar unter Druck.

 

Durch die gesamte EZB-Veranstaltung habe sich ein nicht zu übersehender Optimismus bezüglich der weiteren Inflationsentwicklung gezogen, kommentierte die Commerzbank. Der Euro-Anstieg sei also in den Augen der Notenbanker wohl nicht so problematisch. Bezüglich Entscheidungen zum Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik vertröstete EZB-Chef Mario Draghi auf Oktober.

Zudem lasten die politischen Spannungen zwischen den USA und Nordkorea auf der US-Devise. Viele Marktbeobachter begründen die Dollarschwäche auch mit einem Vertrauensverlust bezüglich der Präsidentschaft von Donald Trump. Andererseits ist der starke Euro mit der Konjunkturerholung in der Euro-Zone in Verbindung zu bringen. Diese lässt eine Überprüfung der ultralockeren Geldpolitik der EZB mittelfristig als möglich erscheinen.

Die Bank Raiffeisen schrieb am Donnerstag in einem Kommentar, eine erfolgreiche US-Steuerreform könnte den Dollar wieder "beflügeln". Den Dollar-Franken-Kurs erwartet Raiffeisen in drei Monaten bei Parität, in zwölf Monaten bei 0,98. 

Auch asiatische Devisen im Hoch

Starke Exportzahlen aus China haben die Landeswährung Yuan am Freitag auf den höchsten Stand seit 21 Monaten getrieben. Die People's Bank of China (PBoC) senkte den Dollar-Referenzkurs, den die chinesische Währung nur in einer bestimmten Spanne über- oder unterschreiten darf, um 0,4 Prozent auf 6,5032 Yuan. Daraufhin verbilligte sich die US-Valuta an der Börse um 0,4 Prozent auf 6,46 Yuan.

Zudem profitierten alle asiatischen Währungen zum Wochenschluss von der Schwäche des US-Dollars, sagten Händler. Auslöser hierfür seien vor allem die Spekulationen auf eine Straffung der geldpolitischen Zügel der Europäischen Zentralbank (EZB) im Oktober, die den Euro antrieben. Zudem lasten die politischen Spannungen zwischen den USA und Nordkorea auf der US-Devise.

(cash/Reuters)