Wahlversprechen platzen - S&P erwartet kein grosses US-Konjunkturpaket mehr

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) geht nicht mehr davon aus, dass US-Präsident Donald Trump ein grosses Konjunkturprogramm auflegen wird.
30.06.2017 10:14
Das Logo von Standard & Poor's am Hauptsitz in New York.
Das Logo von Standard & Poor's am Hauptsitz in New York.
Bild: Bloomberg

"Wir glauben nicht mehr daran, dass die Regierung in der Lage sein wird, selbst ein kleines Paket mit Infrastrukturausgaben durchzusetzen", heisst es in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Zudem sei allenfalls mit moderaten Steuersenkungen, vermutlich Anfang nächsten Jahres, zu rechnen.

Gegen Ende des ersten halben Jahres seiner Amtszeit scheine es so, als sei Trump der Erfüllung seiner Wahlversprechen nicht näher als am ersten Tag seiner Amtszeit, lautet das Urteil der Bonitätsprüfer. Ähnlich wird die wirtschaftspolitische Lage in den USA mittlerweile an den Finanzmärkten und von vielen Ökonomen eingeschätzt.

Trump hatte im Wahlkampf unter anderem starke Steuersenkungen und erhebliche Investitionen in die teils veraltete Infrastruktur des Landes versprochen. In Erwartung dessen hatten der US-Dollar und die Kapitalmarktzinsen auch ausserhalb der USA deutlich zugelegt. Namhafte Forschungsinstitute hatten ihre Wachstumsprognosen für die USA erhöht. Mittlerweile tendiert der Dollar wieder schwächer. Auch haben einige Institutionen, unter anderem der Internationale Währungsfonds, ihre Prognosen wieder zurückgenommen.

(AWP)