Wall Street geht nach Brexit-Schock auf Schnäppchenjagd

Nach dem Brexit-Schock sind am Dienstag die Käufer an die Wall Street zurückgekehrt. Schnäppchenjäger deckten sich vor allem mit Banktiteln ein, die an den vergangenen beiden Handelstagen massiv verloren hatten.
28.06.2016 22:26
Nach den Kurseinbrüchen greifen die Anleger an den US-Börsen wieder zu.
Nach den Kurseinbrüchen greifen die Anleger an den US-Börsen wieder zu.
Bild: Bloomberg

Börsianer gingen aber nicht davon aus, dass die Erholung mehr als ein Strohfeuer ist. Demzufolge wird die Unsicherheit über Zeitpunkt und Umstände des britischen Ausstiegs aus der EU die Stimmung weiter belasten. "Ich glaube, das ist eine kurzlebige Rally", sagte Portfoliomanager Paul Nolte vom Vermögensverwalter Kingsview Asset Management. "Es gibt eine Menge Fragen zum Brexit, die noch nicht beantwortet sind, und die Märkte werden darauf reagieren."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,6 Prozent fester mit 17.409 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 1,8 Prozent auf 2036 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 2,1 Prozent auf 4691 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 1,9 Prozent im Plus auf 9447 Punkten.

Günstige Banken locken Anleger

Portfoliomanager Eric Wiegand von U.S. Bank sprach von einem sehr unruhigen und schwankungsanfälligen Marktumfeld. "Die Sommermonate werden nicht so dahinplätschern, wie wir es gewöhnt sind."

Nach zuletzt kräftigen Kurseinbussen waren Bankaktien für viele Anleger wieder attraktiv. Citigroup legten fünf Prozent zu, Bank of America und Morgan Stanley jeweils gut vier Prozent. JPMorgan gewannen drei Prozent, Goldman Sachs rund zwei Prozent.

Auch bei Technologiewerten setzte eine Erholung ein. Apple rückten 1,7 Prozent vor, Amazon 2,3 Prozent und Micron rund sechs Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,08 Milliarden Aktien den Besitzer. 2644 Werte legten zu, 440 gaben nach und 70 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,04 Milliarden Aktien 2302 im Plus, 580 im Minus und 138 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben angesichts der Erholung an den Aktienmärkten etwas nach. Die zehnjährigen Papiere fielen um 7/32 auf 101-15/32. Sie rentierten mit 1,46 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 10/32 auf 104-25/32 und hatten eine Rendite von 2,28 Prozent.

(Reuters)