Wall Street tritt an Ort

Überraschend schwache Konjunkturdaten haben die US-Börsen am Donnerstag ausgebremst. Die mauen Zahlen von Industrie und Bau schürten Zweifel an den Wachstumsaussichten der US-Wirtschaft, sagten Experten.
01.09.2016 22:35
Stoff zum Nachdenken: Die neusten Konjunkturdaten lassen die Händler am Donnerstag an einer Erholung der US-Wirtschaft zweifeln.
Stoff zum Nachdenken: Die neusten Konjunkturdaten lassen die Händler am Donnerstag an einer Erholung der US-Wirtschaft zweifeln.
Bild: Bloomberg

Ausserdem sorgten sie für neue Ungewissheit über den Zeitpunkt des nächsten Zinsschrittes der Notenbank Fed: Signale einer Konjunkturschwäche könnten die Erhöhung weiter hinauszögern. Händler hielten sich aber auch vor den Arbeitsmarktdaten am Freitag zurück, von denen sie sich weitere Hinweise auf die Wirtschaftsentwicklung und damit den geldpolitischen Kurs der Fed erwarteten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 18'430 und einem Tief von 18'295 Zählern. Er schloss 0,1 Prozent fester bei 18'419 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 blieb mit 2171 Punkten unverändert. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann dagegen 0,3 Prozent auf 5227 Stellen.

Gewinnmitnahmen bei Bankaktien

In den USA verloren Goldman-Sachs-Aktien 0,6 Prozent, Citigroup-Papiere 0,9 Prozent. Hier gebe es nach dem jüngst guten Handelsverlauf Gewinnmitnahmen, sagten Experten.

Ford-Papiere büssten 1,3 Prozent ein. Der Konzern musste sich im August mit einem um 8,4 Prozent gesunkenen Absatz in den USA begnügen.

Ein Bericht über eine Krisensitzung des Twitter-Direktoriums gab dagegen der Aktie des Online-Kurznachrichtendienstes Auftrieb. Die Papiere verteuerten sich in regem Handel um 1,5 Prozent. CNBC meldete, das Gremium wolle am 8. September über das schleppende Umsatzwachstum beraten.

Energietitel spüren den tiefen Ölpreis

Energiekonzerne wie Exxon und Chevron bekamen den Rückgang der Ölpreise um knapp 3 Prozent zu spüren. Die Titel sanken um jeweils rund 0,3 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 828 Millionen Aktien den Besitzer. 1402 Werte legten zu, 1539 gaben nach und 159 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 1511 Titel im Plus, 1322 im Minus und 172 unverändert.

Die schwachen Konjunkturzahlen und die Spannung auf den Arbeitsmarkt lähmten auch die US-Kreditmärkte. Dort blieben die zehnjährigen Staatsanleihen bei 99-12/32 unverändert. Sie rentierten mit 1,57 Prozent. Die 30-jährigen Bonds erhöhten sich um 01/32 auf 100-14/32 und hatten eine Rendite von 2,23 Prozent.

(Reuters)