Walter Meier reduziert Umsatzausblick fürs Gesamtjahr

Der nach dem Verkauf der Fertigungstechnik nur noch auf den Klimabereich ausgerichtete Konzern Walter Meier hat im ersten Halbjahr 2016 unter einer Nachfrageflaute im Heizungsbereich gelitten.
18.08.2016 09:15
Walter Meier erwartet weniger Umsatz für das gesamte Jahr.
Walter Meier erwartet weniger Umsatz für das gesamte Jahr.
Bild: Walter Meier

Die Folge davon ist ein tieferer Umsatz. Der operative Gewinn wurde von Ausgaben im Zusammenhang mit dem neuen Zentrallager in Nebikon belastet, wogegen der Reingewinn vom Wegfall von Währungsbelastungen profitierte. Mit der Prognose für das Gesamtjahr ist das Unternehmen im Vergleich zum Februar vorsichtiger geworden.

Auf vergleichbarer Basis reduzierte sich der Umsatz um 2,6% auf 110,5 Mio CHF. Das Semester sei durch die anhaltende Nachfrageschwäche im Sanierungsgeschäft von Heizungsanlagen geprägt gewesen, teilt das Unternehmen am Donnerstag mit. Die stabilen Umsätze im Servicegeschäft und die gute Auftragslage im Projektgeschäft hätten diesen Effekt nicht kompensieren können. Der Umsatzrückgang sei sowohl preis- als auch volumenbedingt.

Der EBIT ging um gut 10% auf 3,4 Mio CHF zurück und die EBIT-Marge um 30 Basispunkte auf 3,1%. Dafür werden projektbezogene Einmalkosten im Zusammenhang mit dem Bezug und der Inbetriebnahme des neuen Zentrallagers in Nebikon verantwortlich gemacht. Diese Kosten bewegen sich gemäss Walter Meier "innerhalb des Plans". Auch hinsichtlich der Termineinhaltung und der Funktionsfähigkeit sei das Projekt auf Kurs. Im Juli seien die ersten Aufträge über das hochautomatisierte Zentrallager abgewickelt worden.

Reingewinn profitiert von Währungssituation

Der vergleichbare Reingewinn verbesserte sich um rund 23% auf 2,8 Mio CHF. Dieser Anstieg sei im Wesentlichen auf den Wegfall der einmaligen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Fixierung des Euro-Kurses zurückzuführen. Der Cashflow aus Betriebstätigkeit fiel mit -8,5 Mio negativ aus, dies aus saisonalen Gründen und projektbedingt durch höhere Vorräte. Aufgrund der zusätzlich laufenden Investitionen in das neue Zentrallager resultierte ein negativer Free Cashflow von -19,7 Mio.

Deshalb und wegen der Ausschüttung der Dividende im März nahm die Nettoverschuldung per Mitte Jahr auf 41,5 Mio CHF zu. Von den Investitionen in das neue Zentrallager in der Höhe von rund 50 Mio CHF seien im Juni 35 Mio in eine langfristige Hypothek überführt worden. Rund 10 Mio davon sind per Ende Juni mit operativen Kreditlinien finanziert. Per Ende Jahr sollte diese kurzfristige Verschuldung indes gänzlich abgebaut sein. Auch ein vorübergehender Personalanstieg sollte sich nach Abschluss des Projekts in Nebikon im Herbst 2016 wieder normalisieren.

Umsatzprognose reduziert

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016 heisst es, dass die erwartete Erholung im Heizungsmarkt bisher nicht eingetreten sei. Der Preisdruck habe sich zwar etwas entschärft, bleibe aber hoch. Und der Rückgang der Nachfrage nach Wärmeerzeugern habe sich im ersten Semester gar noch beschleunigt. Aus heutiger Sicht sei keine Trendwende zu erkennen.

Auf der anderen Seite erfreue sich das Projektgeschäft mit Klimatisierungslösungen für Zweckbauten einer hohen Nachfrage, was zu einem sehr guten Auftragsbestand per Ende Juni geführt habe. Ein "bedeutender Teil" davon werde bereits im zweiten Halbjahr zu Umsatz führen. Aus diesem Grund sollte sich der Umsatzrückgang im zweiten Semester verlangsamen. Bisher hatte das Unternehmen eine allenfalls flache bis eher moderat positive Umsatzentwicklung in Aussicht gestellt.

Die projektbezogenen Aufwendungen für den Bezug und die Inbetriebnahme von Nebikon sollten in der zweiten Jahreshälfte durch den Verkauf von Liegenschaften ausgeglichen werden können. Die einmaligen Aufwände im Vorjahr im Zusammenhang mit der Fixierung des Euro-Kurses entfielen zudem gänzlich, was EBIT und Konzerngewinn wesentlich entlaste. Insgesamt sollten EBIT und Konzerngewinn im Gesamtjahr deutlich über den Vorjahreswerten ausfallen. Bisher galt für diese beiden Werte eine Guidance von einer Erhöhung um mindestens 10%.

(AWP)