Warten auf Brexit-Abstimmung - Anleger halten sich ruhig

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag wenig verändert gestartet und hat bislang keine klare Richtung gefunden.
23.06.2016 10:24
Am Tag der Brexit-Abstimmung machen die Anleger an der Schweizer Börse keine Sprünge.
Am Tag der Brexit-Abstimmung machen die Anleger an der Schweizer Börse keine Sprünge.
Bild: cash

Nachdem der Leitindex SMI die vergangenen vier Handelstage zugelegt hatte, sind die Anleger am Tag des wegweisenden EU-Referendums der Briten vorsichtiger geworden. Zudem seien die Positionen vielerorts bezogen, hiess es im Handel. Jetzt gelte es abzuwarten. Die Vorgaben aus Übersee geben keine klare Richtung vor. In den USA rutschten die Indizes nach dem Börsenschluss in Europa weiter ab und schlossen moderat im Minus. In Asien schlossen die wichtigsten Aktienmärkte uneinheitlich.

Die Wahllokale in Grossbritannien schliessen am späten Abend. Die hiesigen Finanzmarktakteure können also erst am Freitag auf das Resultat reagieren. "Die Märkte sind nach wie vor unglaublich nervös", hiess es. Sprunghafte Marktbewegungen seien am Freitag - je nach Ausgang der Abstimmung - nicht unwahrscheinlich. Der Volatilitätsindex VSMI notiert entsprechend weiterhin in der Nähe des Jahreshochs.

SMI leicht im Minus

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 9.30 Uhr 0,10% auf 7'963,90 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steht mit +0,01% praktisch unverändert auf dem Vortagesschluss und der breite Swiss Performance Index (SPI) büsst 0,08% auf 8'620,24 Zähler ein. Von den 30 Blue Chips notieren 15 im Minus, zwölf im Plus und drei unverändert.

Im Verlierersegment belasten vor allem die Abgaben in den beiden Pharmaschwergewichten Novartis (-0,7%) und Roche (-0,4%). Novartis profitieren offensichtlich nicht von positiven Studiendaten zum wichtigen Herzmedikament Entresto. Allerdings hatten sich die Novartis-Titel am Vortag relativ stark entwickelt.

Nennenswerte Verluste verzeichnen daneben auch Finanztitel wie CS (-0,4%). Die Grossbank ist einem Medienbericht zufolge wegen Steuervergehen einmal mehr ins Visier der US-Justiz geraten. Das Justizdepartement ermittle, ob CS-Angestellte US-israelischen Doppelbürgern geholfen hätten, die US-Steuern zu umgehen. Doch auch weitere Titel aus dem Segment wie Julius Bär, Bâloise, Zurich, Swiss Life (je -0,3%) fallen etwas deutlicher zurück.

Galenica legen auf der Gegenseite um 0,9% zu und sind damit die grössten Gewinner. Die Volumen sind allerdings äusserst dünn. Dies gelte praktisch für den gesamten Markt, wie ein Händler anmerkte. Dies mache grössere Kursausschläge umso wahrscheinlicher - auch wenn keine fundamentalen News vorlägen. Gut gestartet sind mit Schindler und Geberit (je +0,7%) auch zwei zyklische Werte. Auch die eher defensiven Givaudan (+0,7%) sind ganz vorne mit dabei.

Meyer Burger gefragt

Im breiten Markt zeigen sich Meyer Burger mit +3,6% auffällig. In der Startphase war der Titel um über 5% angesprungen. Der Solarzulieferer hat einen Auftrag über 21 Mio CHF in China erhalten. Die bringe das Unternehmen einen Schritt weiter bezüglich der Refinanzierung der Schulden, heisst es bei Vontobel. Seit Anfang Juni hat der Thuner Betrieb Aufträge über insgesamt über rund 70 Mio CHF gemeldet.

Im Blick stehen auch die Aktien von Carlo Gavazzi (+2,1%). Die Elektronikgruppe Carlo Gavazzi hat im Ende März abgeschlossen Geschäftsjahr weniger Umsatz und Gewinn gemacht, belässt die Dividende aber unverändert. Umsatz und EBIT lagen leicht über den Schätzungen, schreibt die ZKB.

(AWP)