Warten auf die EZB - SMI im Rückwärtsgang

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit etwas tieferen Kursen in den Handel gestartet, wobei sich die negative Tendenz in der ersten halben Stunde etwas verstärkt hat.
09.03.2017 10:20
Die Uhren-Aktien sind am Donnerstag unter Druck.
Die Uhren-Aktien sind am Donnerstag unter Druck.
Bild: Bloomberg

Händler führen die frühen Abgaben auf die mässigen Vorgaben zurück: An der Wall Street nahmen die Anleger im Dow Jones in den letzten Handelsstunden Gewinne mit, aber auch die asiatischen Märkte - zumindest ausserhalb Japans - notierten relativ klar im Minus.

Allzu viel Bewegung wird vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am frühen Nachmittag allerdings nicht erwartet. Fast noch wichtiger für die Investoren sind allerdings die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden US-Arbeitsmarktdaten. Sie dürften einen weiteren Hinweis geben, ob nächste Woche in den USA mit höheren Zinsen zu rechnen ist. Unterdessen gehen praktisch alle Marktteilnehmer davon aus, dass die US-Notenbank Fed bereits bei der kommenden Sitzung wieder an der Zinsschraube drehen wird.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,44% tiefer bei 8'588,98 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,33% auf 1'363,91 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,39% auf 9'473,70 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Minus, sechs im Plus und einer (Swiss Re) unverändert. Die Ausschläge bei den einzelnen Titel halten sich dabei in Grenzen.

Uhrenwerte unter Druck

Am Schluss der Blue-Chips-Tabelle stehen vor allem konjunktursensitive Werte, wobei Dufry (-0,9%), ABB (-0,8%), Richemont (-0,8%), LafargeHolcim (-0,8%), Schindler (-0,7%) und Swatch (-0,6%) die ausgeprägtesten Einbussen hinnehmen müssen.

Belastet werden die Indizes aber vor allem vom relativ grossen Kursrückgang bei Roche (-0,9% auf 256,40 CHF). Eigentlich negative News sind dazu allerdings keine vorhanden, zumeist ist von Gewinnmitnahmen die Rede nach den Avancen letzte Woche im Nachgang zu einer positiven Studie bzw. Bedenken wegen der US-Gesundheitspolitik von Donald Trump. Der Titel werden im Gegenteil von Analysten weiter empfohlen. Der US-Broker Jefferies etwa hat für Roche das Kursziel gleich um 20 auf 295 CHF erhöht.

Insgesamt liefere die gut gefüllte Pipeline im laufenden Jahr diverse mögliche Katalysatoren, meint der zuständige Analyst. Das britische Analyse-Haus Liberum setzt derweil in einer neuen Studie ein etwas bescheideneres Kursziel von 274 CHF. Der zuständige Analyst rechnet mittelfristig zwar mit einem starken Wachstum, allerdings dürfte ab 2019 der Einfluss von Biosimilars verstärkt zu spüren sein.

Auch zu Novartis (-0,3% auf 75,10 CHF) haben sich die Analysten gemeldet. Hier sieht Jefferies ein Kursziel von 95 CHF. Novartis gehöre nach wie vor zu seinen bevorzugten Werten in der Branche, heisst es hier. Auch Liberum hat hier mit 85 CHF ein deutlich höheres Kursziel als der aktuelle Kurs. 2017 dürfte der Tiefpunkt im aktuellen Zyklus sein, meint der zuständige Analyst.

Aryzta-Aktien im Plus

An der Spitze der Tabelle sind derweil für einmal Aryzta (+1,8%) zu finden. Der Backwaren-Hersteller wird kommenden Montag sein Halbjahresergebnis präsentieren, wobei die Zahlen zum Teil bekannt sind. Der Titel hat im bisherigen Jahresverlauf nach diversen negativen Meldungen rund ein Viertel eingebüsst.

Gut halten sich auch weiter Actelion (+0,6%). JPMorgan hatte das Rating für das Baselbieter Pharmaunternehmen am Vortag überraschend auf "Overweight" und das Preisziel auf 292 CHF angehoben. Letzteres liegt damit über dem von Johnson&Johnson offerierten Kaufpreis von 280 USD. Der Rest widerspiegelt die Bewertung der neuen Forschungsgesellschaft unter Führung von Actelion-CEO Jean-Paul Clozel. Auch die Chemietitel Givaudan (+0,4%), Clariant (+0,4%) und Sika (+0,3%) sind vorne zu finden.

Im breiten Markt haben derweil diverse Firmen ihre Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr oder einen Ausblick auf 2017 gegeben. Es sind dies etwa Ascom (Aktie -1,2%), Cicor (-1,4%), Coltene (unv.), Schmolz+Bickenbach (-3,9%) oder SFPI (unv.). Stark gesucht sind derweil BFW (+4,5%). Die Immobilien-Gesellschaft hat vorbörslich einen Aktienrückkauf über 10% des Kapitals zu einem deutlich höheren Kurs als dem aktuellen angekündigt.

(AWP)