Warten auf Fed-Entscheid - SMI tritt an Ort

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit einer Seitwärtstendenz in den Handel gestartet. Händler berichten, dass sich die Marktteilnehmer mit Engagements zurückhalten.
14.03.2017 10:26
Die Anleger an der Schweizer Börse halten sich vor dem Fed-Zinsentscheid zurück.

Grund ist die am heutigen Dienstag beginnende Sitzung der Federal Reserve, deren Ergebnis am Mittwoch bekanntgegeben wird. Eine Zinserhöhung der US-Notenbank gilt unter Beobachtern als sicher. Wirklich gespannt sind die Märkte auf etwaige Aussagen zum Tempo der weiteren geldpolitischen Straffung.

Europäische Marktbeobachter sehen für die Zurückhaltung der Investoren aber auch politische Gründe. In den Niederlanden stehen am Mittwoch für die EU wegweisende Parlamentswahlen an. Nicht zuletzt wegen der diplomatischen Verstimmungen zwischen EU-Ländern und der Türkei sei Rechtspolitiker Geert Wilders im Aufwind, berichten Beobachter. In der Schweiz richten sich die Augen auf Geberit und Galenica. Die zwei Blue Chips haben ihre Zahlen für 2016 vorgelegt.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,03% höher bei 8'685,26 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI) legt ebenfalls um 0,03% auf 9'574,67 Zähler zu. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt hingegen um 0,16% auf 1'375,18 nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 8 im Plus, 22 im Minus.

Galenica mit Einbussen

Unter den Blue Chips erleidet Galenica (-2,2%) die grösste Einbussen. Das Unternehmen hat mit dem Ergebnis für das Jahr 2016, das von der Übernahme des US-Unternehmens Relypsa belastet wurde, die Analysten enttäuscht. Der Gesundheitskonzern hat zudem den Zeitplan für seine Aufspaltung in einen Pharma- sowie in einen Logistik- und Apotheken-Teil vorgelegt. Galenica will die Galenica Santé-Aktien im zweiten Quartal mittels IPO an die SIX Swiss Exchange bringen.

Die Valoren von Aryzta (-1,8%) sinken weiter. Bereits am Vortag hatten die Papiere des Backwarenherstellers unter enttäuschenden Zahlen gelitten. Noch verstärkt hatte sich die Verunsicherung, weil die Aryzta-Führung keinen Ausblick für die laufende Berichtsperiode geben wollte. Am Berichtstag treffen weitere negative Analystenkommentare ein.

Zu den Verlierern zählen auch Geberit, die um 1,6% sinken. Der Sanitärtechnik-Konzern hat die Erwartungen der Analysten nicht ganz erreicht und bleibt hinter den Prognosen zurück. Nichtsdestotrotz hat Geberit im Geschäftsjahr 2016 den Gewinn klar gesteigert. Entsprechend wird die Dividende erhöht und ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang bis zu 450 Mio CHF lanciert.

Leichte Einbussen erleiden Swatch (-0,1%), auch wenn Chef Nick Hayek in einem Zeitungsinterview ein positives Bild vom bisherigen Jahresverlauf zeichnet und mit Blick auf den zuletzt schwierigen Markt China Zuversicht ausstrahlt. Auch ausserhalb Asiens laufe es gut. Die Titel des Konkurrenten Richemont verlieren ebenfalls 0,1%.

Den Markt zu stabilisieren vermögen die drei Schwergewichte. Roche legen um 0,5% zu. Neuigkeiten gibt es zu Novartis (+0,1%). Der Pharmakonzern erhält die Zulassung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für die kombinierte Anwendung von Kisqali bei fortgeschrittenem Brustkrebs. Auch die Titel des Pharmazulieferers Lonza (+1,0%) sind gesucht.

Nestlé (+0,2%) stützen den Gesamtmarkt ebenfalls. Die positive Tendenz des Vortages setzt sich fort, nachdem Asien-Chefin Wan Ling Martello in der Wochenend-Presse darauf hinwies, dass der Nudelskandal in Indien überwunden sei und der dortige Marktanteil der Maggi-Nudeln wieder 60% betrage.

Im breiten Markt haben diverse Unternehmen ihre Resultate präsentiert. Mehr als im Vorjahr verdienten der Verbindungstechniker Huber + Suhner (+1,2%), der Messtechnik-Hersteller Inficon (+1,2%), die Pharmagruppe Siegfried (+0,2%) und die Liechtensteinische Landesbank (-1,0%), die ihre Aktionäre allesamt mit höheren Dividenden beglücken.

Ebenfalls mehr ausschütten will Rieter (+5,3%), obwohl der Spinnereimaschinen-Hersteller im abgelaufenen Geschäftsjahr weniger verdient hat. In die roten Zahlen zurückgefallen ist Drehmaschinenproduzent Tornos (-2,2%).

(AWP)